|
|
||
|
|
Das ideale SettingDer verbalen und nonverbalen Kommunikation zwischen Arzt und Patient kommt eine zentrale Bedeutung zu. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Patienten von heute sehr gut informiert sind und hohe Erwartungen an den Mediziner stellen. Normalerweise sollte die erste Arzt-Patienten-Beziehung bereits schon aufgebaut sein, bevor dieser auf dem Behandlungstisch liegt. Eine Beziehung, Bruchteile von Sekunden, die gerade am Anfang einer Begegnung ganz wichtig ist. Der Mediziner setzt damit ein unverkennbares Signal der Sicherheit, der „Freundschaft“. Es sind Signale des ersten Augenkontaktes, des wahren Lächelns. Und es ist die Beachtung der Distanzzone, der Händedruck und die ersten Worte der Begrüßung. Der Arzt schafft hierdurch Vertrauen durch Vertrautheit, und das, bevor der Patient „in die Horizontale verfrachtet“ wird. Patienten begeisternViele Patienten sehen ihren Arzt erstmals im Liegen. Und das oft auch noch, wenn sich dieser von der Seite vermummt mit Mundschutz auf wenige Zentimeter dem Patienten nähert. Das unwillkürliche Ausschütten von Stresshormonen schafft auf diese Weise selten weder ein kurz- noch langfristiges Vertrauen in die Medizin und noch weniger in den behandelnden Mediziner. Nähe oder Distanz?Doch nicht alle Patienten können für ein Gespräch „vis à vis“ begeistert werden. Sie fühlen sich zu direkt konfrontiert. Der Arzt kann sich jetzt natürlich nicht auf jeden einzelnen Patienten einstellen, den einen also direkt von vorne ansprechen, den anderen wiederum nur von der Seite. Um ein ideales Setting aufzubauen, bietet sich daher grundsätzlich ein Sitzen über Eck in einem Winkel zwischen 90 und 150 Grad an. Der Arzt hat innerhalb dieses Bereiches eine bewegliche Gesprächssituation. Zudem bietet diese schräge Schreibtischsituation dem Arzt die Möglichkeit, sich Notizen zu machen und Unterlagen anzusehen, ohne diese ständig zwischen sich und dem Patienten zu halten. Der Tisch des Arztes sollte dabei nicht breiter als 80 bis 100 Zentimeter sein, damit auch noch das Reichen der Hände möglich ist. Eine Distanz von 90 bis 130 Zentimeter kennzeichnet die äußerste Grenze eines persönlichen Dominanzbereiches. Eine Entfernung, die sich optimal für Gespräche im Sitzen bewährt. Diese Entfernung gilt insbesondere dann, wenn sich der Arzt dem Bett des Patienten nähert. Dabei ist es sogar erlaubt, sich auf das Bett eines Patienten zu setzen. Nimmt man hingegen am unteren Fußende Platz, ist ein vertrauliches Gespräch nicht mehr möglich, da dieser Bereich außerhalb der persönlichen Distanz liegt. Ist der „richtige“ Abstand in Kombination mit einem freundlichen, einfühlsamen und wertschätzenden Klima gefunden, so ist der „Bilanzierungsdialog“ zwischen Arzt und Patient erreicht – eine optimale Situation der Interaktion, in der beide aus ihrer Routine heraustreten und sich gemeinsam im Gespräch neu orientieren können.
Foto: Bilderbox |
|