Salzburger Festspiele 2009 im Zeichen von Händel & Haydn

Ihre Kompositionen sind unvergleichlich und universell – und ihre Musik erklingt in diesem Jahr in aller Welt. Die beiden „Jahresregenten“ Georg Friedrich Händel und Joseph Haydn werden im Gedenkjahr 2009 auch bei den Salzburger Festspielen vom 25.7. bis 30.8. gewürdigt.

„Meine Sprache verstehet man durch die ganze Welt“, sagte Joseph Haydn zu Wolfgang Amadeus Mozart in Anspielung auf seine Musik. Vor 200 Jahren starb Joseph Haydn in Wien – und hinterließ ein herausragendes und wegweisendes musikalisches Œuvre, vor allem auf dem Gebiet der Symphonik und des Streichquartetts. Weniger bekannt ist Joseph Haydn als Opern-Komponist. Das Dramma eroica Armida war Haydns letzte Oper für das Hoftheater der Fürsten Eszterházy – und das erfolgreichste seiner Musiktheaterwerke. Die Geschichte von dem Kreuzritter Rinaldo und der heidnischen Zauberin Armida zählte dazumal zu den beliebtesten Opernsujets überhaupt.
Anlässlich des Haydn-Jahres nehmen die Salzburger Festspiele die viel bejubelte Inszenierung von Haydns Armida aus dem Jahr 2007 wieder auf. Und wieder treffen die deutsche Sopranistin Annette Dasch als Zauberin Armida und der deutsch-    kanadische Tenor Michael Schade als Ritter Rinaldo aufeinander und zeigen in der – oft atemberaubenden – Personenführung von Christof Loy die finale Krise einer ehemals großen Liebe.
Auch im Konzertprogramm hat Joseph Haydn seine Spuren hinterlassen. Da sind in einem dreiteiligen Haydn-Zyklus Les Musiciens du Louvre – Grenoble und Marc Minkowski zu Gast, wobei drei Pariser Symphonien und die Cäcilienmesse im Kontext mit Musik von Henry Purcell und Georg Friedrich Händel im Zentrum stehen; und gemeinsam mit dem Salzburger Bachchor und dem Orfeo Barockorchester bieten sie zudem The Creation (Die Schöpfung) in englischer Sprache. Vor 250 Jahren starb der in Halle an der Saale geborene und weithin berühmte Komponist Georg Friedrich Händel in London. Einer der ersten Regisseure, die sich in unserer Zeit um eine Händel-Renaissance bemühten, war der Regisseur Christof Loy. In Salzburg inszeniert er Händels dramatisches Oratorium Theodora mit der hinreißenden Christine Schäfer in der Titelrolle und mit dem umjubelten Countertenor Bejun Mehta als Didymus. Für die musikalische Umsetzung zeichnen Ivor Bolton und das Freiburger Barockorchester verantwortlich.
Das religiös-dramatische Oratorium Theodora nimmt im Schaffen Händels eine Sonderstellung ein. Textliche Grundlage ist keine biblische Geschichte, sondern eine Legende aus nachchristlicher Zeit, die nicht mit allgemeinem Jubel endet – Held und Heldin sind tot, und die Gemeinschaft, mit der sich das Publikum identifiziert, befindet sich in Lebensgefahr. Der 65-jährige Händel hatte 1750 ein Werk verfasst, das zu radikal und zu komplex für das Publikum seiner Zeit schien. Doch Händels musikalische Freunde und Gönner bewunderten Theodora, das einige seiner berührendsten, kühnsten und leidenschaftlichsten Stücke enthält – und in unserer Zeit gilt das ebenso anspruchsvolle wie eingängige      Oratorium zu Recht als Meilenstein des Musiktheaters.
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Foto: monika rittershaus