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EditorialDie Gesundheitsreform ist für Österreichs Ärzte zweifelsohne das beherrschende Thema dieser Tage. Was aber ist eigentlich eine Reform? Wie würden Sie eine solche Entwicklung definieren? Und was verstehen kluge Menschen unter einer Reform? Ich habe mir in den letzten Tagen die Mühe gemacht, diesbezüglich ein wenig in den Archiven zu stöbern. Der Schweizer Gesundheitsökonom und Autor des Buches „Vorsicht, Medizin! Aphorismen zum Gesundheitswesen und zur Gesundheitspolitik“, Dr. Gerhard Kocher, traf den Nagel mehrfach auf den Kopf. So meinte er: „Wer das Gesundheitswesen reformieren will, erlebt es immer wieder: Das Imperium schläft zurück“, oder: „Wer Reformen im Gesundheitswesen vorschlägt, sollte mit 18 beginnen; sonst erlebt er keine“, oder: „Die gelungensten Realsatiren sind und bleiben Bundesratsreden, Chefarztvisiten und die Krankenversicherungs-Reform.“ Und der Nationalökonom und CAPITAL-Mitbegründer Univ.-Prof. Dr. Clemens August Andreae, meinte vor seinem Tod 1992: „Die Reformen, die angeblich nichts kosten, sind die teuersten.“ Loriot bringt mit einem Vergleich auf den Punkt, was wohl für viele Reformen Gültigkeit hat: „Die Rechtschreibreform ist vollkommen in Ordnung … wenn man weder lesen noch schreiben kann.“ Alle Beteiligen sollten jedoch beherzigen, was Machiavelli schon im 15. Jahrhundert zum Besten gab: „Wenn Reformen dauerhaft sein sollen, so müssen sie langsam durchgeführt werden.“ Und wenn auch Sie nun genug von der leidigen Diskussion rund um die Gesundheitsreform haben, dann schalten Sie einfach ab und lassen sich in diese Ausgabe von ÄrzteEXKLUSIV fallen. Denn so bedeutend diese Reform auch immer sein mag: Das Leben geht weiter – und es gibt auch etwas anderes als Reformen...
Axel C. Moser Wichtige LinksMedizin/Fortbildung/Vorsorge NEU
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