Kurmedizin | News

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Kur & Menopause

Dr. Wolfgang Foisner, Ärztlicher Leiter des Kurzentrums Bad Hofgastein und der Alpentherme Gastein

Diese Schriftfolge veröffentlichte Arbeiten mit wissenschaftlichem Bezug zur Kurmedizin und Bal- neologie und wurde leider einge- stellt. Auf der Homepage des Ver- bandes Österreichischer Kurärz- tinnen und Kurärzte, www.kuraerz- teverband.at, sind in der Rubrik Mitteilungen Scans aller für den VöK greifbaren balneologisch-bio- klimatologischen Mitteilungen ge- sammelt. Diese liegen von der ersten Ausgabe 1974 bis in das Jahr 2000 vor. Ein Inhaltsverzeich- nis erleichtert die Suche.

Intention der Studie „Positive Effekte eines Kuraufenthaltes auf menopausale Be- schwerden“ war es zu evaluieren, ob eine stationäre Kur aus der Indikation Stütz- und Bewegungsapparat Effekte auf Wechselbeschwerden hat. Dazu wurden in ei- ner offenen Zwei-Center-Studie in Bad Hofgastein und Bad Leonfelden 100 Patien- tinnen mit menopausalen Beschwerden rekrutiert und anhand des Hormonstatus in die Gruppen Prä-, Peri- und Menopause zugeordnet. Die Befragung der peri- und postmenopausalen Patientinnen erfolgte am Kuranfang und -ende sowie nach drei, sechs, neun und zwölf Monaten in Selbstbeurteilung mittels Menopause-Ra- ting-Scale II (MRS II), Visueller Analog Scala (VAS) und über den HADS-D (Hospi- tal Anxiety and Depression Scale, deutsche Version).

Die Auswertung der Daten zeigt klar einen positiven Effekt der Kur auf Wechselbe- schwerden. Die Effekte halten in den Gesamtscores der beiden Fragebögen durchschnittlich ein halbes Jahr an und zeigen eine signifikante Verbesserung. Die Teil-scores blieben auch nach einem Jahr noch unter den Ausgangswerten, beim MRS II am stärksten bei den psychologischen und vegetativen Items, beim HADS- D am deutlichsten beim Item Angst. Auch die VAS bezüglich Wechselbeschwer- den blieb ein Jahr lang signifikant unter dem Anfangswert. Ein Zusammenhang der Hitzewallungen mit der Höhe des Estradiolspiegels konnte nicht gezeigt wer- den. Auch wurde ein Prozedere erarbeitet, Wärmeanwendungen bei Wechselbe- schwerden besser zu ermöglichen.

Dies ermutigt zu der Aussage: Wechselbeschwerden werden durch einen Kurauf- enthalt nachhaltig verbessert.

Die Studie ist im Journal für Gynäkologische Endokrinologie 26(3), 5-8  (2016)- ISSN 1997-6690 veröffentlicht. Autoren: W. Foisner, Kurzentrum Bad Hofgastein, K. Reichtomann, Kurhotel Bad Leonfelden, B. Stritzinger, Ludwig Boltzmann-Depart- ment für Rehabilitation interner Erkrankungen, Saalfelden, A. H. Graf, Facharztpra- xis für Frauenheilkunde Salzburg, W. Kullich, Ludwig Boltzmann-Department für Rehabilitation interner Erkrankungen, Saalfelden

Der Verband Österreichischer Kurärztinnen und Kurärzte wurde im Jahr 1967 gegründet. Aus An- lass des 50-jährigen Bestehens veranstaltet der Verband am 6. Mai 2017 einen wis- senschaftlichen Kongress in Bad Hofgastein. Info und Details: www.kuraerzteverband.at

Symposium „Licht und Gesundheit“

Blaulicht-Gefahr, Makula-Degeneration bis hin zu Alterserblindung, Nachtlicht und Krebsgefahr, unnatürliche Lichtrhyth- men mit Melatonin-Unterdrückung – viele Effekte sind heute bereits wissenschaftlich belegt. Gegen neue, Hoffnung gebende Lichtprodukte werden bereits erste Warnungen ausgesprochen. Wie die Situation wirklich ist und wie sehr bessere Lichtprodukte gefördert werden müssen, um Menschen vor Gefährdung zu schützen, sind die zentralen The- men im Symposium „Licht und Gesundheit“. Referenten sind der Chronobiologe und Präsident der Wiener Akademie für Ganzheitsmedizin Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Marktl, der Zell- und Netzhautforscher Univ.-Prof. Dr. Richard Funk, Arzt und Lichttherapeut Dr. Alexander Wunsch, die epidemiologische Forscherin Prof. DDr. Eva Schernhammer, Univ.-Prof. Dr. Herbert Klima sowie Prof. Mag. Karl Albert Fischer, Wiener Licht- und Farbdesigner.

Termin: 03.-04. März 2017, Festsaal des Gesundheitsministeriums in Wien.

Veranstalter: Österreichisches Institut für Licht und Farbe gemeinsam mit der Wiener Internationalen Akademie für Ganzheitsmedizin (GAMED)

Info und Anmeldung: info@lichtundfarbe.at, www.lichtundfarbe.at

Neues Programm für Adipositas-Patienten

Ab Herbst 2017 bietet das Sanatorium Rupp ein neues Angebot für Adipositas- Patienten an. Ein interdisziplinäres Team von Diätologen, Psychologen, Physiothe- rapeuten und Arzt führt adipöse Patienten durch das „Optifast Programm“, ein me- dizinisch-ambulantes Therapieprogramm für stark übergewichtige Erwachsene. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein BMI (Body Mass Index) von mindestens 30. Das Programm berücksichtigt insbesondere neueste Erkenntnisse der Adipo- sitas-Forschung, dauert ein Jahr und erfordert die regelmäßige Teilnahme an Gruppensitzungen einmal pro Woche. Nach einer Vorbereitungsphase von einer Woche starten zwölf Wochen modifizierte Fastenphase, danach eine Umstellungs- zeit von acht Wochen und schließlich die Stabilisierung von 31 Wochen. Ziel ist eine sichere und deutliche Gewichtsabnahme und die dauerhafte und gesunde Gewichtsreduktion. Damit verbessern sich nicht nur Risikofaktoren, sondern die Lebensqualität und eine nachhaltige Änderung der eigenen Lebensgewohnheiten wird professionell begleitet.

www.sanrupp.at

Foto: fotolia/ Picture-Factory

Burnout-Programm im Kurzentrum Ludwigstorff

Bad Deutsch Altenburg

qDas Kurzentrum Ludwigstorff Bad Deutsch Altenburg ist für die heilenden Kräfte des Schwefelwassers bei dermatologischen Erkrankungen und auch jenen des Bewegungsapparates bekannt. Zum Jahresanfang erweitert das Kurzentrum unter der Leitung von Direktor Friedrich Eisenbock, MBA seine Angebote für alle, die für ihre Gesundheit aktiv vorbeugen wollen: Ein multiprofessionelles Team gibt Anleitung zur Burnout-Prophylaxe und Stressbewältigung. „Schwefel hat auch eine entspannende Wirkung, sodass wir jetzt aktiv Synergien zwischen den klas- sischen Therapien und dem Schwefel nutzen wollen“, erklärt die Ärztliche Leiterin des Kurzentrums Ludwigstorff, Dr. Monika Winter-Steinhofer. Leicht verständliche Vorträge für Patienten vermitteln darüber hinaus, wie Stresssymptome die Psyche beeinflussen oder wie Zeitmanagement erfolgreich hilft, Kräfte zu sparen. Psy- chologen vermitteln, wie Angst und Depression die Schmerzwahrnehmung beein- flussen und wie das Schmerzgedächtnis gelöscht werden kann. „Zur Prävention ist eine Kurzzeitintervention von einer Woche angemessen, doch wer bereits in einem Burnout steckt, braucht dringend eine längere Erholungspause vom Allt- ag“, gibt Winter-Steinhofer Einblick in das Konzept. Die neuen Verhaltensmuster müssen gelernt und geübt werden, sodass die Integration in den Alltag auch gut gelingen kann.

Unabhängig von der Burnout Präventionswoche kann auch ein Erholungsaufen- thalt, der über den Kurantrag & Hausarzt angesucht wird, sinnvoll sein.

www.therme-carnuntum.at

Dr. Monika Winter-Stein- hofer, Ärztliche Leiterin des Kurzentrums Ludwigstorff