Gesundheitspolitik:  | App-Angebote

Gesundheitskompetenz fördern

Bei den Alpbacher Gesundheitsgesprächen hat der Hauptverband der Sozial-

versicherungsträger zwei Tools zur besseren Gesundheitsinformation präsentiert.


„Mit den Faktenboxen und der App

MedBusters wollen wir die Kompetenzen der Versicherten stärken.“

Dr. Alexander Biach, Vorstandsvorsitzender des Hauptver- bandes der österreichischen Sozialversicherungsträger

„Wir treffen am Tag bis zu 100 gesundheitsbezogene Entscheidungen. Das Gesundheitswissen ist aber nicht gleichmäßig über die Bevölkerung verteilt“, sagte Gesundheitsministerin Dr. Pamela Rendi-Wagner im Rahmen der Alpbacher Ge- sundheitsgespräche. Medien, Werbung oder Internet sind ständige Beeinflusser und die Entscheidung, welche Informa- tionen glaubwürdig und faktenbasiert sind, wird immer komplexer. Die Sozialversicherung beschäftigt sich daher intensiv mit der Frage, wie sich Versicherte im Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen wirklich gut informieren können, um zu ihrem eigenen Wohl zu entscheiden und wie relevante Gesundheitsinformationen beschaffen sein müssen, um anzu- kommen. Dr. Alexander Biach, Vorstandsvorsitzender des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträ- ger, stellt in Alpbach mit der „Faktenbox: Informiert entscheiden!“ und der Gesundheits-App „MedBusters“ zwei neue An- gebote mit wissenschaftlich fundierten Informationen zu Gesundheitsfragen vor.


Informiert und gesund

„Mangelnde Gesundheitskompetenz hat gesundheitliche Folgen und führt unter anderem zu geringer Teilnahme an Prä- ventionsmaßnahmen, schlechterem Gesundheitsverhalten, schlechterem Management bei chronischen Erkrankungen, mehr stationären Aufnahmen und erhöhten Erkrankungsraten. Deswegen ergreifen wir in der Sozialversicherung entspre- chende Initiativen. Mit den Faktenboxen und der App MedBusters setzen wir den nächsten Schritt im Rahmen eines Ge- samtkonzeptes, um Versicherte in ihrer Kompetenz zu stärken“, sagt Biach. Menschen, die informiert und selbstbestimmt entscheiden, nützen nicht nur die Angebote des Gesundheitswesens besser, sondern verringern auch das Risiko, eine Über-, Unter- oder Fehlbehandlung zu erhalten. Ein guter Lotse durch das Gesundheitssystem ist auch die telefonische Gesundheitsberatung 1450. Seit dem Projektstart vor vier Monaten wurde über 10.000 Menschen mit gesundheitlichen Problemen geholfen, indem die beste Anlaufstelle im Gesundheitssystem für sie gefunden wurde.


Von Industrie unbeeinflusst

„Evidenzbasiert steht für eine Liste von Anforderungen, wie Informationen erstellt werden sollten. Dazu gehört, dass es eine sorgfältige Recherche und Auswahl der Quellen gibt, dass zum Beispiel Vor- und Nachteile verschiedener Behandlun- gen fair und verständlich beschrieben werden und dass Lesern keine offenen oder versteckten Vorschriften gemacht wer- den“, konkretisierte Dr. Klaus Koch vom deutschen Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). „Solche Informationen sind im Dschungel des Internets jedoch nicht leicht zu finden“, so Koch.

Die neue kostenfreie Gesundheits-App MedBusters bündelt evidenzbasierte und somit unabhängige, verständliche und wissenschaftlich fundierte Gesundheitsinformationen in einer Mobilanwendung. Dahinter stehen das IQWiG mit seiner Webseite gesundheitsinformation.de, die von Cochrane Österreich an der Donau-Universität Krems betriebene Webseite medizin-transparent.at und die österreichische Sozialversicherung. „Oberstes Ziel sind verständliche Gesundheitsinfor- mationen, die von der Industrie unbeeinflusst sind“, so MMag. Bernd Kerschner von medizin-transparent.at. Die Texte sind von Medizinjournalisten in verständlicher Sprache verfasst. App-User können Themen auch selbst einbringen und somit den Inhalt mitgestalten.


Beide Angebote sind kostenlos online abrufbar: www.hauptverband.at/faktenbox und www.medbusters.at.

Die MedBusters-App ist für iOS und Android gratis downloadbar.