Wie viel Genuss ist gesund?

Das Medicinicum Lech rückt heuer die Grenze zwischen Genuss und Sucht in den Fokus.

Dass Genuss auch eine gesundheitsfördernde Dimension hat, wird oft unterschätzt. Er bringt einerseits Wohlempfin- den, andererseits darf der Gegenpol nicht außer Acht gelassen werden: die Sucht. Dieses Spannungsfeld steht im Mittelpunkt des 5. Medicinicums Lech. Unter dem Titel „Genuss – Sucht – Gesundheit“ werden vom 5. bis 8. Juli 2018 Experten verschiedenster Fachbereiche für Vorträge und eine breit gefächerte Diskussion garantieren. Themen zwi- schen gesundheitsförderndem Genuss und krankmachender Sucht werden sowohl aus medizinischer und neurologi- scher als auch aus psychologischer, philosophischer und kulturwissenschaftlicher Perspektive in den Fokus genom- men.  „Richtig zu genießen heißt, zugleich gesund zu genießen. Es fördert nicht nur das Wohlgefühl, sondern auch die Gesundheit“, bringt der wissenschaftliche Leiter des Medicinicums, Prof. Dr. Markus M. Metka, einen Kerngedan- ken auf den Punkt. Die Kunst des richtigen Genusses hat in den unterschiedlichen Kulturen, Religionen und Regionen jeweils eigene Ausprägungen, ob bezogen auf die Ernährungs- oder auch Weinkultur, ob in Hinblick auf die Bewe- gungs- und Körperkultur, bis hin zur Hygiene- und Gesundheitskultur. Kulturelle Idealbilder reichen wiederum vom He- donismus und Hochgenuss bis zur Askese und Abstinenz. Was thematisch zum Gegenteil des Genusses führt, zur Sucht. Als unabweisbares Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand beeinträchtigt sie die freie Entfaltung der Persönlichkeit und die sozialen Chancen eines Individuums. Zudem führt Sucht oft zu Folgeerkrankungen und verkürzt das Leben. Wie weit Suchterkrankungen verbreitet sind, wird unter Berücksichtigung der substanzunabhängi- gen Süchte wie Internet-, Shopping-, Spiel- oder Sexsucht augenfälliger.