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Psychologie & Breitensport

Die einen lieben Sport, die anderen können sich für Bewegung kaum begeistern. Experten sind sich jedenfalls einig, dass Bewegung und Sport eine Reihe positiver Faktoren für die Gesundheit mit sich bringen.

Die Psychologie trägt bei der Ausübung von Bewegung und Sport eine Reihe von unterstützenden Aktivitäten bei. Vor allem die Be- reiche Gesundheitspsychologie und Sportpsychologie sind hier tragende Säulen. Gesundheit fördern und Krankheiten präventiv vorbeugen, dabei unterstützen Gesundheitspsychologen. Sei es bei Übergewicht, um den Selbstwert zu stärken, für ein angeneh- mes Körpergefühl oder einfach nur für das Wohlbefinden. Bewe- gung tut gut, doch bewegt sich jeder auch regelmäßig? Ist es denn möglich, die von manchen Sportwissenschaftlern geforderten 10.000 Schritte pro Tag zu bewältigen?

In einer Leistungs- und Beschleunigungsgesellschaft kann es vorkommen, dass es Phasen gibt, in denen kein Raum für Bewegung bleibt. Oft ist die mangelnde Motivation auch ein wesentlicher Grund für den Mangel an Bewegung. Aussagen wie „Ich habe keine Energie mehr nach der Arbeit“ und „Ich habe keine Zeit für Bewegung“ sind oft gehörte Ausreden – der „innere Schweinehund“ hat die Oberhand. Wichtig ist es, als Vorbild in Bewegung zu bleiben. Je eher ein Health Care Pro- fessional, wie etwa ein Mediziner, über diese eigenen Bewegungserfahrungen verfügt, desto eher wird es gelingen, dieses Wissen, diese Motivation und Überzeugung weiterzugeben.


Motivation und Reflexion

Motivationsarbeit, Verhaltensveränderung und sich mit der eigenen Einstellung auseinandersetzen – dazu kann es sinnvoll sein, Gesundheitspsychologen aufzusuchen. Beratend und professionell die eigenen Stolpersteine reflektieren, die eigenen Wünsche und Ziele erarbeiten und für sich passende Bewegungsformen identifizieren; Raum für Fragen, für Zweifel mit dem Ich, sich Zeit für Gedanken des Nicht-Bewegen-Wollens, des inneren Widerstandes nehmen – in der Psychologie ist genau das erwünscht, um neuen Mut und Kraft zu schöpfen. Sei es als notwendige kurative Maßnahme nach einer Reha- oder Verletzungsphase, sei es ein neues Durchstarten in eine vitalere und bewusstere Lebensform. Auch die Begleitung von einer Ernährungsexpertin oder unterstützend durch einen Physiotherapeuten kann hilfreich sein, den Patienten auf sei- nem Weg weiterzubringen. Der erste Schritt ist der größte Erfolg, der zweite liegt bereits am Weg und mit dem dritten nä- hert man sich seinen Zielen. Nicht von ungefähr kommt es daher, dass Bewegung im Fokus der aktuellen Initiative des Be- rufsverbands der Österreichischen PsychologInnen BÖP „Psychologie bewegt“ steht (www.psychologie-bewegt.at). Die Psychologen waren aktiv am Frauenlauf 2018 beteiligt – mit einem Infostand und mit rund 50 Starterinnen. Damit will der BÖP als Vorbild ein „bewegendes Zeichen“ setzen.

Psychologie bietet aber viel mehr. Nicht nur im Leistungssport werden Methoden der Sportpsychologie eingesetzt. Viel- mehr begeistern sich immer mehr Hobby- und ambitionierte Breitensportler für den Mehrwert sportpsychologischer Betreu- ung. Sei es eine regelmäßige Beratung oder einige einzelne Stunden. Der Mehrwert liegt für viele auf der Hand. Genauso wie im Spitzensport werden die Methoden erlernt und für die eigenen Ziele genutzt. Sei es um sich dieser Ziele klarer zu werden oder sich die Drucksituation besser vorstellen zu können und in weiterer Folge zum Beispiel durch Entspannungs- methoden passender damit umgehen zu können. Die körperliche Leistungsfähigkeit zu kennen und zu trainieren ist das eine, sich seiner mentalen Stärken, seiner Defizite und seiner Fähigkeiten bewusst zu sein das andere.

Mehr Spaß beim Abschlagen am Golfplatz zu haben, locker aufspielen zu können und seine Trainingsleistungen auf ho- hem sportlichen Niveau in den Wettkampf zu bringen sind angenehme Effekte psychologischer Betreuung im Breitensport. Oft nehmen Trainer Hilfe in Anspruch, wenn es um Zusammenhalt und Kommunikation im Team geht, oder Eltern, wenn deren Schützlinge noch Probleme haben bei ihrer Zielerreichung.