Recht & Steuer | Standesbank

Der Vorstand der neuen Bank: (v.l.) Vorstandsvorsitzender Dir. Othmar Schmid, Dir. Helmut Kneissl, Dir. Mag. Anton Pau- schenwein und Dir. Markus Partl, MSc

Standesbank auf neuem Kurs

Durch die Fusion der Österreichischen Apothekerbank eG mit der Bank für Ärzte und Freie Berufe AG entstand kürzlich die größte Standesbank Österreichs, die „Österreichische Ärzte- und Apothekerbank AG“. Die vier Vorstandsdirektoren beschreiben die Vorteile für Österreichs Ärzte.

Wie hoch ist der Marktanteil der Bank unter den heimischen Ärzten?

Othmar Schmid, Vorstandsvorsitzender: Rund jeder achte Arzt in Österreich und jeder fünfte Zahnarzt hat sein Konto be- reits bei seiner Standesbank. Natürlich wollen wir weiter wachsen. Durch die Fusion haben wir die besten Voraussetzun- gen dafür geschaffen, mit einer klaren Positionierung am Markt aufzutreten. Die Herausforderungen bei unseren Kunden haben sich durch die Fusion nicht verändert, doch jetzt haben wir die Möglichkeit, auch Synergien zu nutzen und neue Chancen zu ergreifen, die sich durch diese Zusammenarbeit ergeben. Oder lassen Sie es mich anders formulieren: Wenn ich krank bin, gehe ich auch zu einem Spezialisten, der sich um mich kümmert. Wir sind für die Finanzgeschäfte der bei- den Berufsgruppen die Experten und in dieser Funktion aufgrund langjähriger Branchenerfahrung sehr gut aufgestellt.


Wo liegen die Angebotsschwerpunkte für die Ärzte?

Mag. Anton Pauschenwein, Vorstandsdirektor: Das Ziel ist klar: Erfolgreich am Markt zu agieren und das im Sinne der bei- den Kundegruppen, die den Schwerpunkt im Gesundheitsmarkt bilden. Die neue Standesbank will für alle ihre Kunden als Universalbank agieren, wo Produkte vom Wohnbaukredit über die Versicherung bis hin zum laufenden Geschäft angebo- ten werden. Die gesunde Verbindung zwischen den zwei ehemaligen Branchenbanken zu einem Haus stellt auch sicher, dass es in Zukunft eine ebenso gesunde Verbindung zwischen den Beratern und ihren Kunden geben wird. Wir sind jetzt gewachsen und das impliziert, dass wir die Vorteile daraus auch an Kunden weitergeben können. So hängen zum Beispiel Kreditarrangements direkt mit der Größe der Bank zusammen. Das erweiterte Filialnetz ist ein weiterer Pluspunkt für die Kunden. Der Hauptstandort ist weiterhin Wien, von wo aus die Bundesländer Niederösterreich und das Burgenland mit be- treut werden. Darüber hinaus gibt es in allen anderen Bundesländern eine Niederlassung. Auch wenn wir jetzt durch die Fusion gewachsen sind, legen wir großen Wert auf kurze Wege und flache Hierarchien. Wir wollen nahe an unseren Kun- den sein, um ihre Wünsche und Bedürfnisse bestmöglich zu verstehen und mit maßgeschneiderten Angeboten für sie da zu sein. Flache Hierarchien sind auch dann von Vorteil, wenn umfassendes Branchen-Know-how und rasche Entscheidun- gen gefragt sind. Geht es zum Beispiel um die Gründung einer Ordination, dann wollen wir sicherstellen, dass Kreditent- scheidungen rasch – im Optimalfall innerhalb von 24 Stunden – getroffen werden können. Allein im Vorjahr haben wir mit unserem Beraterteam rund 100 Ordinationsgründungen finanziert, daher haben wir hier schon sehr viel Spezialwissen, dass uns für Benchmarks zur Verfügung steht.


Müssen Ärzte, die bereits Kunden waren, jetzt ihre Kontonummern umstellen?

Markus Partl, MSc, Vorstandsdirektor: Nein, es ergeben sich keine organisatorischen Änderungen. Nur Kunden der Öster- reichischen Apothekerbank eG erhalten einen neuen IBAN und BIC. Allerdings wurde technisch vorgesorgt, sodass sämtli- che Zahlungseingänge und -aufträge unter den bisherigen Kontodaten richtig weitergeleitet werden.


Wie sieht die Eigentümerstruktur der neuen Standesbank aus?

Helmut Kneissl, Vorstandsdirektor: Rund 17.000 Kunden werden derzeit von 135 Mitarbeitern betreut. Die Bilanzsumme liegt bei rund 1 Milliarde Euro. Die Eigenmittelausstattung beträgt 55 Millionen Euro, Eigentümer der AG sind zu 41 % die Ärzteschaft, zu 41 % die Apothekerschaft und der Rest teilt sich auf Streubesitz sowie Anteile der Volksbanken AG auf. Vie- le Banken würden sich freuen, wenn sie unsere Risikostruktur hätten. Die Bilanzstruktur ist einfach und neben dem Kredit- geschäft gibt es nur eine geringe Zahl an Veranlagungen und Beteiligungen. Ziel ist es, höchste Kunden- und Mitarbeiter- zufriedenheit zu erreichen und die Marktposition weiter auszubauen: Das Kundengeschäftsvolumen soll in den nächsten fünf Jahren deutlich gesteigert werden. Auch wenn die Finanzlage im heurigen Jahr durch die Fusion angespannt ist, rech- nen wir im kommenden Jahr bereits mit positiven Ergebnissen, die bis 2023 kontinuierlich ansteigen sollen. Das geplante Wachstum von 5 % liegt dabei über dem Marktschnitt.rh