im Gespräch | Porträt

Kampf den Lungenkrankheiten

Univ.-Prof. Dr. Meinhard Kneussl, Internist, emeritierter Vorstand der 2. Medizinischen Abteilung mit Pneumologie, Wilhelminenspital Wien, Medizinische Universität Wien, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie, im Wordrap

Foto: Wilke

Für die Spezialisierung auf Innere Medizin habe ich mich entschieden, … denn mir bot sich damals die Möglichkeit für einen Ausbildungsplatz zum Facharzt für Lungenkrankheiten und im Anschluss zum Facharzt für Innere Medizin. Weitere Zusatzausbildungen in Kardiologie, internistischer und pneumologischer Intensivmedizin und Sportmedizin folgten.


Die Mitgliedschaft in der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste bedeutet mir … sehr viel, weil das eine große Auszeichnung ist.


Internationale Erfahrungen sind für Mediziner …, die wissenschaftlich interessiert sind, sehr wichtig. Ich verbrachte selbst vier Jahre in Amerika: ein Jahr am Mount Sinai Medical Center in New York, ein Jahr in Montreal am Royal Victoria Hospital der McGill University und nach der klinischen Ausbildung in Wien folgten zwei Jahre am Massachusetts General Hospital der Har- vard University in Boston.


Interdisziplinarität in der Medizin ist … sehr wichtig und notwendig.

Für einen unterschätzten Bereich der Inneren Medizin halte ich … die Pneumologie.


Die wichtigsten Erkenntnisse der letzten 15 Jahre in der Pneumologie waren … vermutlich die Bedeutung der COPD, des schweren Bronchialasthmas, natürlich auch die medikamentöse Therapie des nicht operablen Bronchialkarzinoms – vor allem des nicht-kleinzelligen Karzi- noms – und die Immuntherapie des Bronchialkarzinoms. Äußerst wichtig ist zudem die Awa- reness, Diagnostik und Therapie der pulmonalen Hypertension.


Für die nächsten 15 Jahre erwarte ich in der Pneumologie … hoffentlich eine Weiterentwick- lung der Therapie der COPD und vor allem die medikamentöse Therapie des Bronchialkarzi- noms. Ich hoffe aber auch, dass zunehmend mehr Menschen das Rauchen sein lassen oder am besten gar nicht damit anfangen.


Zu den größten Herausforderungen unter den Lungenkrankheiten gehören … die COPD, das Bronchialkarzinom, schweres Asthma, die pulmonale Hypertension, die venöse Thrombo- embolie bzw. die akute Lungenembolie und interstitielle Lungenerkrankungen, vor allem die idiopathische Lungenfibrose – sowohl im Hinblick auf Diagnostik als auch Therapie.


In meinem Berufsleben möchte ich noch gerne … viel lernen und auch meiner universitären Lehrtätigkeit verstärkt nachgehen. Ab Herbst bin ich noch zwei Jahre im Präsidium und Vor- stand der ÖGP. Vor allem möchte ich mich meinen Patienten widmen und mindestens noch fünf Jahre meine Ordination betreiben.


Für die medizinische Ausbildung in Österreich und im Speziellen die Pneumologie finde ich es sehr begrüßenswert  …, dass jeder angehende Pneumologe der neuen Ausbildungsord- nung entsprechend 27 Monate in der Inneren Medizin rotiert und danach 36 Monate Spezial- ausbildung in Pneumologie genießt.


Jungen Medizinern würde ich raten …, dass sie sich gut ausbilden, dass sie vielleicht ein bis zwei Jahre im Ausland entweder klinisch oder auch wissenschaftlich tätig sind, damit ihnen die evidenzbasierte Medizin als Grundlage bewusster wird.


Den Ausgleich zu meinem Beruf finde ich … in der Zeit, die ich mit meiner Familie verbringe, beim Reisen, Bergwandern, Skifahren und beim Lesen. Mir war es immer schon wichtig, Dinge mit Überzeugung und aus vollem Herzen zu tun. So halte ich es als Arzt, aber auch im Privatle- ben widme ich mich dann den Menschen, die mir nahestehen, oder Beschäftigungen, denen ich gerade nachgehe, voll und ganz.