im Gespräch | Klinisches Risikomanagement

Risikomanagement

ohne einsame Wölfe

MMag. Dr. Wolfgang Deutz, MAS MSc, kaufmännischer Direktor am Landeskrankenhaus Villach, im Wordrap

Foto: Gernot Gleiss/KABEG

Im Krankenhausmanagement bin ich gelandet, weil … Krankenhäuser als eine der komple- xesten Organisationsformen überhaupt gelten und deren Management damit viele Chancen und Herausforderungen bietet. Auch schaffen Krankenhäuser viele sinnstiftende Tätigkeiten für eine große Anzahl an Berufsgruppen zum Nutzen der Bevölkerung.


Ich halte Risikomanagement im Krankenhaus für … unerlässlich, da es essenziell ist für den Schutz der Gesundheit von Patienten und Mitarbeitern.


Die Rolle von Ärzten im klinischen Risikomanagement ist … die einer tragenden Säule in einem multiprofessionellen Behandlungsteam – nicht „Lone Wolves“, sondern medizinische Fachexperten in einem Team von Experten.


Die Ausbildung im Klinischen Risikomanagement ist besonders geeignet für … alle direkt und indirekt mit Patienten arbeitenden Health Professionals. Fehlerkultur und das Erkennen von Risiken sind für alle wichtig. Der Lehrgang für Klinisches Risikomanagement an der FH Kärnten bietet sich auch bestens für Ärzte an.


Was niedergelassene Ärzte im Risikomanagement lernen können, ist … im Grunde die Er- kenntnis, welche Risiken in ihrem jeweiligen Setting auftreten können. Denn man kann nur Risi- ken und Fehlerquellen, die man kennt bzw. die einem bewusst sind, aktiv verringern.


Ein Beispiel, bei dem gelebtes Risikomanagement viel Schaden verhindert hat, ist … ei- nerseits täglich zu finden und andererseits schwer festzumachen – denn im Idealfall ist ja nichts Schlimmes passiert. Schaut man sich aber die Statistiken an, sieht man, dass gelebtes Risikomanagement die Inzidenz von Patientenschäden massiv verringert. Bekommt man Beina- he-Fehler gemeldet und reagiert entsprechend, sieht man, das Risikomanagement gelebt wird und funktioniert.


Patientensicherheit bedeutet … das erfolgreiche Bemühen, eine sichere Versorgung des Pati- enten gewährleisten zu können.


Die wichtigsten Schnittpunkte zwischen Recht und Medizin sind … jene Bereiche, wo Un- kenntnis der gesetzlichen Situation oder unbegründete Angst vor Haftungen zu falschen oder gefährlichen Entscheidungen in der Behandlung führen könnte.


Für einen unterschätzten Aspekt im Medizinrecht halte ich …, dass zunehmend fächerüber- greifendes Wissen gefordert ist.


Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für Sicherheit im Krankenhaus ist … eine funktionie- rende Fehlerkultur. „Aus (Beinahe-)Fehlern lernt man“, gilt auch im Krankenhaus. Dazu gehört eine Fehlerkultur, die nicht bestraft, sondern unterstützt und verbessert. Es nützt niemandem et- was, wenn Fehler oder Beinahe-Fehler aus Angst vor Repressalien verschwiegen werden.


Was ich im Laufe meines Berufslebens noch gerne umsetzen möchte, ist … vieles.


Einen Ausgleich zu meinem Beruf finde ich … bei meiner Frau und meinen drei Töchtern so- wie in den Bergen.

Zur Person

Wolfgang Deutz ist kaufmännischer Direktor des Landeskrankenhauses Villach. Zuvor war er Leiter der mehrfach für ihre Arbeiten in der Personal- und Unterneh- mensentwicklung ausgezeichneten Abteilung für Betriebsentwicklung am LKH Villach und Projektleiter für Hochbaumaßnahmen im damals europaweit größten Hochbauvorhaben. Auch als Fachreferent des Kärntner Landesrats für Gesund- heit fungierte er. Deutz ist Mitglied in diversen Gremien im Gesundheits-, Koope- rations- und Bildungsbereich. Er ist Buchautor und Autor von zahlreichen Fachar- tikeln sowie Lehrbeauftragter an Universitäten und Fachhochschulen, etwa wis- senschaftlicher Leiter des Lehrgangs Klinisches Risikomanagement an der FH Kärnten.

www.fh-kaernten.at, www.lkh-vil.or.at