Immobilien | Steiermark & Kärnten

Diese Immobilie befindet sich am Stadtrand von Villach in ruhiger und sonniger Hanglage, in die Innenstadt sind es aber nur fünf Minuten. Die Anlage gliedert sich in drei Wohneinheiten, welche über einen zentralen Eingangsbereich sowohl vom Garten als auch von der Tiefgarage aus separat erschlossen werden. Sämtliche Räumlichkeiten sind sehr großzügig gestaltet und bieten mit Licht durchflutete Lebensräume. Foto: ZVG

Der Hype scheint vorbei zu sein

Einfamilien- und Doppelhäuser sind sowohl in Kärnten als auch in der Steiermark stark nachgefragt, aber rar. Wohl auch, weil die Eigentümer unrealistische Preisvorstellungen haben.

Für 2017 erwarten die Experten von Raiffeisen Immobilien eine Stabilisierung der Verkaufspreise auf hohem Niveau. Ver- kaufswilligen Immobilienbesitzern raten die Raiffeisen Makler daher, nicht mehr länger zuzuwarten, sondern die Gunst der Stunde zu nutzen und sich von nicht benötigten Liegenschaften zu trennen. „Die Preise setzen zur ‚sanften Landung‘ an. Von einzelnen ‚Hotspots‘ abgesehen, erwarten wir für das laufende Jahr keine starken Preiszuwächse mehr, aber auch kei- ne Einbrüche. 2017 ist also definitiv ein gutes Jahr, um sich von nicht benötigten Liegenschaften zu trennen. Denn am Markt fehlen gute, gebrauchte Objekte, die derzeit noch attraktive Verkaufspreise erzielen können“, ist sich Raiffeisen Im- mobilien Österreich Sprecher Mag. Nikolaus Lallitsch sicher. „Eigennutzer oder Anleger achten wieder vermehrt auf ein gu- tes Preis-Leistungsverhältnis. Es wird nicht mehr alles zu jedem Preis gekauft“, so Lallitsch.


Graz wächst

„Allgemein hat sich der Immobilienmarkt in Graz sehr gut entwickelt, derzeit wird noch immer gerne in das sogenannte Be- tongold investiert“, erklärt EPONA Immobilien Geschäftsführerin Margot Clement. „Ausschlaggebend für die gute Marktent- wicklung ist der Wunsch vieler Menschen, lieber zu kaufen als auf Dauer zu mieten. Die derzeit günstigen Zinssätze für Kre- dite geben sichere Rahmenbedingungen für Eigennutzer. Für Investoren ist die Unsicherheit auf den Finanzmärkten der Hauptgrund.“ Auf jeden Fall sollten Fixzinssätze vereinbart werden, rät die Immobilienexpertin. Denn die Zinswende wird kommen, das steht fest, wann sie allerdings kommen wird, stehe noch in den Sternen. Von einem großen Zuzug weiß Alois Marchel zu berichten. „Rund 6.000 Menschen übersiedeln pro Jahr nach Graz – vor allem wegen der guten wirtschaftli- chen Situation im Ballungszentrum und der vielen universitären Einrichtungen.“ Der Bedarf an zusätzlichen Wohnungen wird vorwiegend durch Neubauten abgedeckt.

Eigentumswohnungen werden laut Clement derzeit in Graz stark nachgefragt, sowohl im Neubau- als auch im Ge- brauchtmarkt. „Trotzdem halten sich Angebot und Nachfrage beinahe die Waage“, meint Marchel. „Gefragt sind nicht nur Neubauten, sondern auch gebrauchte Wohnungen, die sich aufgrund der Lage, der Größe – 40 bis 65 Quadratmeter – und Beschaffenheit gut zum Vermieten eignen.“

„Investoren aus anderen Bundesländern entdecken jetzt Graz, weil hier die Renditen um eine Spur höher sind als in ande- ren Großstädten“, erklärt Marchel. Derzeit stehen laut Marchel viele Mietwohnungen in Graz leer, weil manche Anbieter für die angebotene Qualität überzogene Preisvorstellungen haben. Clement spricht von einem Mietermarkt: „In Graz sind über 2.000 Mietwohnungen am Markt, da kann der Vermieter nicht mehr jeden Preis verlangen. De facto ist der Markt für Mieter günstig.“

Eine Frage der Lage

Besonders begehrte Wohngegenden sind aufgrund der Uni-Nähe und der sonstigen Infrastruktur die Bezirke Geidorf, St. Peter, Waltendorf und Eggenberg. „Viele Menschen wollen derzeit eher am linken als am rechten Mur-Ufer wohnen“, erklärt Clement, „aber die größere Dynamik am Grazer Immobilienmarkt findet am rechten Mur-Ufer statt, im Bezirk Lend. Der soll ein hippes Szene-Viertel mit vielen Neubauprojekten zu leistbaren Preisen werden, wie der Meatpacking District in New York. Ein weiterer Hotspot in Graz sind auch die Reininghaus-Gründe mit einer Fläche von insgesamt 52 Hektar, auf denen in den nächsten Jahren 15.000 Menschen leben und arbeiten sollen.“ Eine sehr hohe Nachfrage nach Baugrundstücken insbesondere für die Bebauung mit Einfamilien- und Doppelhäusern besteht im Stadtgebiet Graz und Graz-Umgebung. Auf diesem Markt konkurrieren auch immer wieder Eigennutzer, also „Häuselbauer“, mit professionellen Bauträgern – was die Preise in die Höhe treibt. Nach wie vor besteht nach Einfamilienhäusern in Graz und Graz-Umgebung eine sehr hohe Nach- frage. Doch nur wenige Objekte sind am Markt: „Besonders gefragt ist der Süden von Graz, also der Raum Fernitz, Haus- mannstätten, Unterpremstätten, Hart, und im Norden Gratwein-Straßengel sowie Frohnleiten“, so Marchel. „Wie nahezu in der ganzen Steiermark war auch in der Obersteiermark das Angebot im Vergleich zur starken Nachfrage zu gering“, erklärt Gerhard Zechmann, Zechmann Immobilien. Lediglich in den Randlagen ist die Nachfrage geringer. In den Städten hält die Nachfrage weiterhin an, während sie in den kleineren Orten am Land weit geringer ist. „In Schladming ist die Neubautätigkeit gering. Neu errichtete Objekte bewegen sich meist in einem Preissegment, das sich die ansäs- sige Bevölkerung nicht leisten kann. Die Wohnungspreise in Schladming sind durchaus mit jenen von Graz ver- gleichbar,“ stellt Zechmann fest. Entwicklungspotenzial ortet der Immobilien-Experte im Raum Gröbming, Irdning und Bad Mitterndorf.


Gute Entwicklung in Kärnten

Für Daniel Lobnik, Immobilienmakler in Klagenfurt, hat sich der Immobilienmarkt 2016 in und rund um die Landes- hauptstadt gut entwickelt. Beim Wohnungsmarkt in der Region wäre ein größeres Angebot wünschenswert: „Auf- grund der guten Nachfrage waren die Verkäufer in einer guten Position. Dies hat dazu geführt, dass die Preise spürbar gestiegen sind.“ Besonders stark nachgefragt sind Mietwohnungen. „Gerade Klein- und Gartenwohnungen sind bei Studenten sowie Mitarbeitern größerer Institutionen sehr gefragt“, so der Immobilienprofi. Bei Einfamilien- häusern ist der Markt ausgedünnt – und das Angebot knapp und nur kurz am Markt. „Ist der Preis marktgerecht an- gesetzt, sind Einfamilienhäuser innerhalb des Stadtgebietes Klagenfurt oftmals in kürzester Zeit verkauft.“ Die Preis- kurve zeigt hier weiter nach oben. Für das Jahr 2017 erwartet Lobnik, dass die Nachfrage nach Immobilien in der Region weiter steigt: „Viele meiner Kunden kaufen aufgrund des zu erwartenden Wertzuwachses, der derzeitigen Zinssituation und der Sicherheit, die Immobilien bieten.“ „Auch in Villach ist die Nachfrage konstant hoch“, weiß Joachim Zmölnig, der mit zwei Büros in Villach und Völkermarkt tätig ist. Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen und Mietwohnungen ist aktuell sehr gut. „Leider ist am Wohnungsmarkt das Angebot zu marktkonformen Preisen sehr gering“, ergänzt der Immobilien-Experte, „weil die Preise von Privat-Verkäufern oftmals unreflektiert und ohne Beratung festgesetzt werden.“ Bei den Eigentumswohnungen sind die Preise in den letzten Jahren spürbar nach oben geklettert. Vor allem bei den Neubauten sind die Quadratmeter-Preise von durchschnittlich 2.500 auf 3.000 Euro und in guter Stadtlage auf bis zu 5.000 Euro gestiegen. Die Preise für Wohnungen am Wörthersee liegen in der ersten Reihe bei bis zu 15.000 Euro pro Quadratmeter. Wie Lobnik ortet auch Zmölnig eine verstärkte Nachfra- ge nach Einfamilienhäusern. „Leider ist das Angebot aber sehr gering, was dazu führt, dass die Kunden für eine vernünftige Liegenschaft etwas mehr zu bezahlen haben.“ Beliebt sind aufgrund der Verkehrsanbindung die Ge- meinden entlang der Achse Villach – Wernberg – Velden sowie aufgrund der Stadtnähe zu Villach die Gemeinde Finkenstein am Faakersee. mn