THEMA | Raucherschutz

Rauchstopp ansprechen:

Einfach und wirksam

Der Rauchstopp zählt zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen. Wenn Gesundheitsberufe, insbesondere Ärzte das Rauchverhalten ihrer Patienten ansprechen und den Rauchstopp empfehlen, steigern sie die Erfolgsquote von Rauchern.

Viele Raucher haben schon öfters vergeblich versucht das Rauchen aufzugeben. Trotzdem besteht die häufige Meinung, dass der Rauchstopp alleine schaffbar ist. Geht es nicht, ist das ein Zeichen von Schwäche oder dass der richtige Zeitpunkt erst kommen wird. Oft fehlt die wichtige Information, dass es sich bei der Tabakabhängigkeit um eine Suchterkrankung han- delt, die wie andere Erkrankungen diagnostiziert werden kann (ICD, F 17.2) und für die evidenzbasierte Tabakentwöhnpro- gramme zur Verfügung stehen.


Drei Minuten für Ihre Patienten

Im ärztlichen Setting ist es sehr wirkungsvoll, nach dem Rauchverhalten zu fragen („Rauchen Sie?“). Der Diagnostik und Dokumentation des Rauchverhaltens sollte bei Rauchern die klare Empfehlung zum Rauchstopp folgen („Ich empfehle Ih- nen den Rauchstopp.“). Im Idealfall folgt auch die Weitergabe von Informationen zu Tabakentwöhnangeboten. In Österreich steht unter anderem das Rauchfrei Telefon unter 0800 810 013 oder www.rauchfrei.at kostenfrei zur Verfügung. Die wir- kungsvolle Kurzansprache mit den drei Schritten Ansprechen, Rauchstopp empfehlen und über Entwöhnangebote informie- ren benötigt maximal drei Minuten und führt zu einer Steigerung der Rauchstoppversuche.


Schwangere als spezielle Zielgruppe

Viele Frauen beenden ihr Rauchverhalten, sobald sie schwanger sind. Dennoch bleibt ein Teil, denen es schwerfällt, weniger oder gar nicht zu rauchen. Soziale Stigmata sowie ein erhöhtes Schamgefühl verhindern oft, dass Unterstützung in Anspruch genommen wird. Gesundheitsbe- rufe können mit professioneller Beratung eine wichtige Versorgungslü- cke schließen. Eine gute Möglichkeit

thematisch ins Gespräch einzusteigen bietet die Broschüre „Eine Aus- zeit für Ihr Baby – Informationen zu Alkohol und Rauchen für werdende Mütter“, die seit Winter 2017 gemeinsam mit dem Mutter-Kind-Pass ausgegeben wird. Mit der Aktion „Eine Auszeit für Ihr Baby“ möchte die NÖ Gebietskrankenkasse gemeinsam mit dem Land NÖ und Gesund- heitslandesrat Franz Schnabl mit Information und Unterstützung eine besonders für Tabakrauch sensible Zielgruppe

erreichen.


Professionelle Raucher(kurz)beratung

Ein qualitätsgesichertes Fortbildungsangebot bietet das Seminar zur Raucherkurzberatung für Ärzte als auch das Seminar zur Raucherberatung für Krankenpflegeberufe, die von der österreichischen Sozialversicherung konzipiert wurden. Im Zuge der Aktion „Eine Auszeit für Ihr Baby“  stehen in Niederösterreich Seminare für Gesundheitsberufe kostenfrei zur Verfü- gung.