REISEN | Strandurlaub

Erholung und Inselurlaub

gehören zusammen

wie Sand und Meer.

Islands in the sun

Foto: istockphoto/ Filippo Bacci, istockphoto/ ganjawomen

Die ersten Assoziationen zum Thema Urlaub gelten bei vielen Menschen Meer, Sonne, Strand. Rund um den Globus punkten Inseldestinationen mit diesen

Attributen und trotzdem sind sie nicht alle gleich.

IIn vielen Fällen mag die Anreise beschwerlich werden – per Flugzeug in Metropolen, Umsteigen in kleinere Flugzeuge, (Wasser-) Taxi oder Bus. Meistens entschädigt aber das Ziel und die Erholung stellt sich ein, sobald die Füße im Wasser baumeln. Angesichts der Vielzahl von touristisch erschlossenen Inseln weltweit – abseits des Europas und des Mittelmee- res – kann dies freilich nur ein kleiner Appetizer sein.


Indischer Ozean

Portugiesen, Holländer, Franzosen und Engländer „entdeckten“ und beanspruchten Mauritius nicht ohne Grund. Seit 1968 ist die Insel aber Republik und weiß ihre Qualitäten zu vermarkten. Für zahlungskräftige Urlauber, Taucher und Liebhaber kitschig-schöner Strandkulissen sind auch die Malediven und die Seychellen ideale Destinationen. Auf den Malediven kön- nen Taucher und Badegäste kaum bessere Bedingungen vorfinden. Die Seychellen gelten als mindestens ebenso exklusiv – zahlreiche Fünf-Sterne-Hotels beweisen es – und trumpfen neben edlen Stränden mit einer üppigen, teils endemischen Fauna und Flora, und unzähligen Geschichten aus der britischen und französischen Kolonialzeit auf.

Auch Sansibar liegt im Indischen Ozean und ist nicht umsonst klassischer Sehnsuchtsort vieler Inselträumer. Die „Gewür- zinsel“ liegt etwa 50 km vor der Küste Tansanias und garantiert ein betörendes Erlebnis für alle Sinne. Was Gewürze anbe- langt, ist Sri Lanka ebenfalls eine Top-Destination, aber hier wartet noch viel mehr: Tempelanlagen, lokale Rituale und Tra- ditionen sowie Elefanten. Wem in Indien einen allzu heftigen Kulturschock fürchtet, der ist auf Sri Lanka in einem feudalen Ayurveda-Resort bestens aufgehoben.

Weiter südlich liegen weitere Inseldestinationen, die noch nicht viele Urlauber auf ihren Radarschirmen haben. Die Komo

ren zwischen Mosambik und Madagaskar sind erst seit 1975 von Frankreich unabhängig. Madagaskar hat sich mit seiner außergewöhnlichen Fauna und Flora einen besonderen Namen gemacht. Neben vielen endemischen Arten verdient aber auch die Kultur Beachtung, denn abgesehen vom Königreich der Merina haben auch Portugiesen, Franzosen und Hollän- der Spuren hinterlassen. Réunion 700 km östlich von Madagaskar ist französisches Überseegebiet, also ein Teil der EU. Wichtigster Wirtschaftszweig ist zwar die Landwirtschaft, aber der Tourismus legt zu, insbesondere bei Tauchern, die die Riffe rund um Réunion für sich entdeckt haben.


Pazifischer Ozean

Als Hotspot für Verliebte und Heiratswillige gilt Bali. Obwohl hier jede Hotelkette vertreten zu sein scheint, gilt es, die „Insel der Götter“ nicht unter Wert zu verkaufen, denn hier wird der Strandurlaub gerne mit dem Besuch historischer Tempelstät- ten, traditioneller Rituale und üppiger Natur ergänzt. Die balinesische Küche, die malerischen Reisterrassen und Tauch- plätze, die zu den besten der Welt gehören, machen den Urlaub noch erlebenswerter. Eine beeindruckende Zahl an ein- zelnen Inseln gehört zum Staat der Philippinen. Ganz sicher einer der schönsten Strände der Welt, White Beach, liegt auf Boracay. Die spanische Kolonialzeit ist überall – selbst in der Sprache – spürbar, doch auch die Amerikaner und die Japa- ner wollten sich den Inselstaat einverleiben.

Hawaii nimmt unter den Inseln eindeutig eine Sonderstellung ein, denn es ist mit nichts vergleichbar: amerikanischer ge- mischt mit polynesischem Lebensstil, Vulkane, üppige Vegetation, Surferparadies, Geschichte – die Assoziationen nehmen kein Ende. Von den 137 Inseln sind viele nicht bewohnt. Hawaii wurde von James Cook „entdeckt“, war Königreich und Re- publik. Heute ist es der 50. Bundesstaat der USA und lebt vor allem vom Tourismus, von wirtschaftlichen und militärischen Aktivitäten.

Auf der Suche nach neuen Destinationen rückt auch die ozeanische Inselwelt, also jene nördlich und östlich von Australi- en, immer mehr ins touristische Interesse. Häufig ist von der „Südsee“ die Rede, wenn Fidschi, Bora-Bora, Samoa oder Ta- hiti gemeint sind. Die Inseln gelten als Inbegriffe südlich-exotischer Idylle, als klassische „Bacardi-Inseln“ sozusagen. Noch eine Inselgruppe im Pazifik verdient allerdings eine Erwähnung, da sie völlig aus der Art schlägt: Ganz und gar nicht um klassischen Strandurlaub, sondern um eine einzigartige Fauna geht es nämlich bei den ecuadorianischen Galapagos- Inseln. Zufällig von den Spaniern im 16. Jahrhundert entdeckt, waren sie immer wieder Ziel von Entdeckungsreisen, Ver- steck für Seeräuber und sogar Heimat einer Strafkolonie. Heute sind sie begehrtes Ziel von Naturliebhabern, stehen aber auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes. Der Tourismus ist zwar Haupteinnahmequelle, aber leider auch Hauptge- fahr des Naturparadieses.


Atlantischer Ozean

Angesichts der Vielzahl karibischer Inselträume ist es schwierig, Favoriten auszumachen. Für viele Vielreisende gilt Anti- gua als Besonderheit. Sie gehört zu den Kleinen Antillen und kann auf Elemente aus der Kolonialzeit verweisen, ist aber seit 1981 unabhängig. Ebenfalls beliebte Reiseziele sind die britischen Turks- und Caicosinseln 200 Kilometer vor der Küs- te Kubas. Barbados und St. Lucia gelten als weitere Liebkinder der karibischen Inselwelt, geprägt durch Plantagen, üppi- ge Vegetation und spannende kulturelle Einflüsse. Das Gebiet um die zwei inaktiven Vulkane auf St. Lucia zählt sogar zum Unesco Weltnaturerbe.

Zur Karibik gehören aber auch weniger exklusive Destinationen wie die Dominikanische Republik oder Jamaika. Sie über- zeugen Besucher vor allem mit ihrer fröhlich-entspannten Atmosphäre, bedingt durch Sonne, Sand, Meer und Cocktails. Längst sind sie Teil des Pauschalurlaubsprogramms vieler Reiseanbieter. Wer auf nicht ganz so ausgetretenen Pfaden wandeln will, hält sich lieber an kleinere, weniger bekannte Karibikinseln oder investiert etwas mehr Geld und bereist die Bahamas.

Derzeit – möglicherweise auch bedingt durch die leise beginnende Öffnung des Landes – gilt Kuba als eine der schönsten Inseln der Karibik. In erster Linie sind es hier die fröhlichen Menschen, die Musik, die wunderschönen Autos und Busse, die Mojitos und die faszinierende Architektur, die den Inselstaat zu einer der beliebtesten Urlaubsinseln weltweit machen. Ein ganzes Lebensgefühl ist hier entstanden und wurde in die Welt hinausgetragen.

Unser „Insel-Hüpfen“ geht hier zu Ende. Wenn in Ihrem Kopf aber weiter Inselbilder ablaufen und Sie warmes Wasser, Son- ne und Sand zu spüren glauben, dann wird es Zeit, auf die Suche nach einer kleinen, sonnigen, sandigen Urlaubsdestina- tion zu gehen. Inseln in der Sonne gibt es genügend.. bw