WOHNTRÄUME | Trends

Nasszelle war gestern

Heute begibt man sich in neue Wohlfühlwelten, sobald man das Badezimmer betritt. Sieht man sich das Baddesign 2018 an, wird eines schnell klar: Hier wird gekonnt mit alten Strukturen gebrochen.

Foto: Villeroy & Boch; Geberit, Bette

Die Premium-Badkollektion „Finion“ von Villeroy & Boch punktet mit Monolith-Badewanne und luxuriösem Bad-Am- biente.

Mit „BetteLoft Ornament“ von Bette kann ein architektonisches Statement im Badezimmer gesetzt werden.


Die Komplettbadserie „Keramag Acanto“ von Geberit lässt sich individuell den Bedürfnissen der Badbenutzer an- passen.

Das Bad als Ort der Körperpflege und Regeneration stand bereits 4500 v. Chr. hoch im Kurs, wie archäologische Funde in den Herrscherpalästen Mesopotamiens zeigten. Auch die alten Griechen standen dem Baden als Teil der Lebenskultur sehr aufgeschlossen gegenüber. Kunstvolle Badehäuser wurden zum Diskutieren und für das gesellschaftliche Stelldichein fre- quentiert. So weit wird es in heimischen Bädern nicht kommen, aber durch die Trendwende von spartanisch-zweckmäßigen Nasszellen zu durchdachten Home-Spas steigt die Verweildauer dennoch stetig an.


Wohnlicher Charakter

Das Bad in seiner Neudefinition als Wohlfühloase eröffnet ein neues Raumgefühl. Immer öfter steht die Auflösung der strik- ten Trennung zwischen Schlaf- und Badezimmer auf der Agenda von Innenarchitekten bei Neubauten und Renovierungen. Warme Naturmaterialien wie Holz und Bambus oder Unverwüstliches wie Granit, Schiefer sowie Marmor werden zur nach- haltigen Gestaltung und ästhetischen Individualisierung eingesetzt. Auch das eherne Gesetz, dass ein Badezimmer verfliest sein muss, erfährt eine Aufweichung in Richtung Wandfarbe, Tapete oder spezielle Indoor-Teppiche.


Individualität ist gefragt

Unabhängig davon, ob man sich für Konzeptlösungen oder Einzelmöblierung entscheidet, sind die Gestaltungsmöglichkei- ten im Badezimmer kreativer als je zuvor. Wer mit dem Wort Spiegelschrank immer noch den klassischen „Allibert“ assozi- iert, wird schnell eines Besseren belehrt. Randlose Fronten und elegantes Innenleben mit genügend Ablageflächen für alle Schönheits- und Pflegehelfer, die täglich griffbereit sein müssen, sind der heutige Status quo. Geberit beispielsweise widmet sich mit seiner neuen Komplettbadserie „Acanto“ individuellen Wünschen und insbesondere der Nutzung von Stauraum. So halten der Apothekerschrank – bei Bedarf auch als Raumteiler – und Ordnungsboxen in Schränken Einzug. Die feuchtig- keitsbeständigen Möbel sind eine gelungene Kombination aus Glas, Holzdekor, Metall und Lack.


Emotional-funktionales Raumambiente

Organische Formen, puristische Geradlinigkeit und hohe Funktionalität, die bewusst in den Hintergrund rückt, machen mo- dernes Baddesign aus. Der Mensch erwartet sich technologische Innovation, möchte aber nicht von ihr überrollt werden. Freie Sicht, gute Zugänglichkeit und raffinierte Beleuchtung tragen zum Wohlfühlgefühl bei. Verdeckte Überläufe bei Wasch- becken und spülrandlose WCs sind feine Details, die gleichermaßen elegant und pflegeleicht sind. Innovative Materialien und Features wie TitanCeram, Quaryl, glasierter Titan-Stahl, SoftClosing oder DirectFlush sind die dazu passenden techno- logischen Schlagworte. Bündige Montage und schmale Kanten sind weitere Details bei Hoch- und Unterschränken sowie Regalen, allesamt mit kratzfesten Oberflächen, die wohnliche Atmosphäre schaffen.

Edle Statement-Pieces

Der Mensch neigt bekanntermaßen dazu, sich ein Denkmal setzen zu wollen. Im Badezimmer gelingt das am eindrucks- vollsten mit freistehenden Badewannen. Hersteller wie Bette oder Villeroy & Boch haben prägnante Solitäre im Sortiment, die absolute Blickfänger sind. Das Design reicht von geprägten, geometrischen Mustern und vier konisch zulaufenden Flä- chen für hohen Liegekomfort im Fall von „BetteLoft Ornament“ bis zu Monolithen mit „Colour on Demand“-Beleuchtung von Villeroy & Boch. Angesichts all dieser Innovationen und Designneuheiten ist die Freude groß, dass die Zeit der liederlichen Badezuber im Mittelalter und der öffentlichen Tröpferlbäder am Beginn des 20. Jahrhunderts vorbei sind und es längst zur Selbstverständlichkeit geworden ist, dass jede Wohnung mit einem Badezimmer ausgestattet ist. Denn die Reinigung, Pfle- ge und Erfrischung des Körpers tut immer auch der Seele und Psyche gut. In diesem Sinne: fröhliches Wellnessen zuhau- se.