FORTBILDUNG & KARRIERE I Health Care Management

Prozessoptimierung will gelernt sein

Wer sich als Führungskraft in einem Krankenhaus bewirbt, kommt um eine ökonomische Zusatzqualifikation kaum herum.

Die Anforderungen an leitende Ärzte im Krankenhaus steigen angesichts der Ressourcenknappheit immer weiter. „Durch den derzeitigen generellen Ärztemangel, in Kombination mit der Einführung des neuen Arbeitszeitgesetzes, wird es kaum ein Spital in Österreich geben, in dem es nicht zu Problemen bei der Patientenversorgung und der Besetzung der Diensträ- der kommt. Als ich vor etwa neun Jahren mein Medizinstudium beendet habe, war ich froh, nach sechs Monaten Wartezeit eine Anstellung als Turnusarzt zu bekommen“, sagt Dr. Wolfgang Huber, MBA. Er wird ab August 2018 als Facharzt für Der- matologie und Venerologie an der EMCO Privatklinik Ges.m.b.H. in Salzburg arbeiten.

Heute müssen Spitäler aktiv nach jungen Kollegen suchen. An der EMCO Privatklinik Ges.m.b.H. wurde diese Problematik durch ein Angebot von optimalen Arbeitsbedingungen und attraktiven Ausbildungsstellen sehr gut entschärft. Dass Einspa- rungen nicht immer mit weniger Leistung zu tun haben müssen, ist für Huber ein wesentlicher Aspekt: „Viel wichtiger wäre es, Prozesse zu optimieren und somit die Effizienz zu steigern. Neben spitalsinternen Strukturoptimierungen heißt das auch, sich Gedanken über die Entwicklung der Gesellschaft zu machen. Zum Beispiel Kosten durch Prävention oder den flächendeckenden Einsatz telemedizinischer Anwendungen zu sparen.“


Medizin trifft Ökonomie

Wie das gelingen kann, hat Huber in seinem Masterstudium für Gesundheitsmanagement an der University of Salzburg Business School (SMBS) gelernt: „Seither kann ich im Gesundheitssektor viele neue Potenziale und Möglichkeiten erken- nen.“ Er weiß, dass in der Funktion des Arztes als Führungskraft nicht nur medizinisches Know-how erforderlich ist, um ein „guter Arzt und Chef“ zu sein, sondern auch Managementqualifikationen, insbesondere in Social Competences und Human Resource Management. Dass ein Mediziner etwas von Ökonomie verstehen muss, ist aus Sicht von Huber vor allem für Ab- teilungsleiter und selbstständig tätige Arzt erforderlich. „Im Wesentlichen geht es um die Frage: Wie können wir unseren Pa- tienten die beste und sicherste Behandlung anbieten und dabei zugleich nachhaltig und effizient agieren? In der heutigen Zeit empfinde ich es als wünschenswert, dass sich unabhängig von Beruf und Position möglichst viele Menschen mit ökono- mischen Fragen auseinandersetzen.“

Für eine Karriere braucht es aber auch noch mehr als nur medizinisches Wissen und ökonomische Kompetenz: „Es ist ein Vorgesetzter oder Mentor nötig, der die Fähigkeiten und Talente seiner Mitarbeiter erkennt und zum Beispiel nach dem Füh- rungsmodell von Hersey und Blanchard entsprechend fördert“, meint Huber und ergänzt: „Eine zusätzliche Ausbildung in Gesundheitsmanagement gilt heutzutage als Voraussetzung, wenn man sich um eine Führungsposition in einem Spital be- wirbt, und das macht auch Sinn. Wissen in Finance and Controlling, Economics and Law, Strategy and Leadership,

Marketing, Social Competencies und Human Resources sind Bereiche, die im Medizinstudium nicht vorkommen, für eine Leitungsfunktion jedoch es- senziell sind.“

Eine Ausbildung zum MBA macht aber noch keine Führungskraft aus: „Zu- sätzlich muss man auch das richtige Gespür für eine Sache entwickeln kön- nen, Visionen mutig leben sowie fair und gerecht handeln. Vor allem aber benötigt man viel Erfahrung“, ist Huber überzeugt. Momentan möchte er ge- nau diese Erfahrungen sammeln und freut sich, wenn er als junger Facharzt in enger Kooperation mit der Geschäftsführung und der Ärztlichen Direktion der EMCO Privatklinik zunehmend mehr Managementtätigkeiten überneh- men könnte. „Durch die hervorragende Ausbildung an der SMBS fühle ich mich sehr gut dafür gerüstet. Was jetzt noch fehlt, ist die praktische Erfah- rung“, so Huber abschließend.

Foto: Sandra Hallinger