Recht & Steuer | Steuern sparen

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Dauerbrenner:

Registrierkasse

Mit 1.1.2016 wurde die Registrierkassenpflicht für Bareinnahmen einge- führt. Betroffen sind auch Einnahmen-Ausgaben-Rechner, wenn die be- trieblichen Einkünfte einen Jahresumsatz (pro Betrieb) von 15.000 Euro übersteigen und die jährlichen Barumsätze dieses Betriebes mehr als 7.500 Euro ausmachen. Die Anschaffung bzw. Umrüstung einer elektro- nischen Registrierkasse wird mit einer steuerfreien Prämie von 200 Euro gestützt. Der Antrag auf diese Prämie hat mittels eines eigenen Formu- lars zu erfolgen! Die verbleibenden Anschaffungskosten können im Jahr der Anschaffung mit der Veranlagung 2016 steuerlich zur Gänze abge- setzt werden.

Die Registrierung der Registrierkasse soll dem Schutz vor Manipulation der Daten, die in der Registrierkasse gespeichert sind, dienen. Der Ma- nipulationsschutz wird als QR-Code auf dem einzelnen Kassenbeleg sichtbar gemacht. Durch diese Signatur werden die Barumsätze der Re- gistrierkasse in chronologischer Reihenfolge miteinander verkettet. Eine mögliche Datenmanipulation würde daher die chronologische Barum- satzkette unterbrechen und wäre somit nachweisbar.


WICHTIG für den 31.12.2017:

Achten Sie jedenfalls auf die regelmäßige bzw. quartalsweise Sicherung der Registrierkasse auf einem externen Datenträger! Am Jahresende ist auch der Jahresbeleg über Finanz-Online zu prüfen. Dies erledigen Sie entweder selbst oder Sie schicken den Jahresbeleg genauso wie zu Be- ginn des Jahres den Startbeleg zur Prüfung an Ihren Steuerberater, der die Richtigkeit des Belegs über Finanz-Online bestätigen kann. Drucken Sie daher den Jahresbeleg aus bzw. erstellen Sie ein PDF und schicken Sie ihn gleich aus Ihrem System heraus an Ihren Steuerberater. Achtung: Der Jahresbeleg ist ein Dokument und dementsprechend genauso wie die laufenden Kassabelege und Ihre sonstigen Belege sieben Jahre auf- zubewahren!

Diese Steuernews sind in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftstreuhand- Kanzlei MARIHART-KRETZSCHMAR, www.marihart.at, entstanden

Gewinnfreibetrag NEU

Der Gewinnfreibetrag für 2017 steht grundsätzlich allen natürlichen Per- sonen, die betriebliche Einkünfte erzielen, zu. Bei Mitunternehmerschaf- ten kann der Gewinnfreibetrag je Gesellschafter in Höhe der Beteiligung in Anspruch genommen werden.

Der Gewinnfreibetrag teilt sich in den sogenannten Grundfreibetrag und den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag. Der Grundfreibetrag kann relativ einfach, bis zu einem Gewinn von 30.000 Euro in Höhe von 13 % des Gewinnes in Anspruch genommen werden. Damit der investitionsbe- dingte Gewinnfreibetrag geltend gemacht werden kann, muss aber in- vestiert werden, und zwar in bestimmte abnutzbare körperliche Wirt- schaftsgüter mit einer Mindestnutzungsdauer von vier Jahren oder in be- stimmte Anleihen (beschränkt auf Wohnbauanleihen bis 31.12.2016). Für Wirtschaftsjahre, die ab dem 1.1.2017 beginnen, darf nun wieder in an- dere Wertpapiere, wie etwa bestimmte Anleihen von Staaten, Banken und Unternehmen und bestimmte Investmentfonds, investiert werden, wenn diese Wertpapiere dem Anlagevermögen eines inländischen Be- triebes ab dem Anschaffungszeitpunkt mindestens vier Jahre gewidmet werden.

Der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag beiträgt für die ersten 175.000 Euro des Jahresgewinnes 13 %, für die weiteren 175.000 Euro des Jah- resgewinnes 7 %, für die nächsten 230.000 Euro des Jahressgewinnes 4,5 %. In einer Steuerplanung ist zu berücksichtigen, dass der in An- spruch genommene Gewinnfreibetrag nachversteuert wird, wenn die Wirtschaftsgüter vor Ablauf der Behaltefrist von vier Jahren aus dem Be- triebsvermögen ausscheiden oder ins Ausland gebracht werden. Bei Wertpapieren unterbleibt die Nachversteuerung, wenn im Jahr des Aus- scheidens eine Ersatzbeschaffung erfolgt.

Diese Steuernews sind in Zusammen- arbeit mit SFÄ Dr. Klinger & Rieger

Steuerberatung für Ärzte, www.aerzte- steuerberatung.at, entstanden.

Umsatzsteuerpflicht

Kleinunternehmer sind Unternehmer mit einem Umsatz von höchstens 30.000 Euro. Ohne Antrag zur Regelbesteuerung dürfen die sonst USt-pflichtigen Umsätze steuerfrei belassen werden. Da es sich um eine unechte Steuerbefreiung handelt, darf jedoch keine Vorsteuer geltend gemacht werden. Seit 1.1.2017 ist die Berechnung, ob die Umsatzgrenze von 30.000 Euro überschritten ist, anders als in den Vorjahren.

Ordinationshomepage

Sie überlegen die Gestaltung einer neuen Homepage für Ihre Ordination und beauftragen eine Werbeagentur mit der Umsetzung, so sind die An- schaffungskosten nicht sofort zur Gänze absetzbar, sondern zu aktivie- ren und als immaterieller Vermögensgegenstand abzuschreiben. Ab In- betriebnahme (Onlineschaltung) können die Kosten für die neue Home- page auf die voraussichtliche Nutzungsdauer, wie zum Beispiel drei Jah- re, verteilt geltend gemacht werden.

Wird die Homepage selbst erstellt, so dürfen die damit verbundenen Kosten – also der eigene Zeit- bzw. Personalaufwand – nicht aktiviert werden. Die „laufende Wartung“ der Homepage ist sofort absetzbar.

Wird jedoch eine bestehende Homepage „umgebaut“, so führt eine we- sentliche Verbesserung oder Erweiterung der Homepage laut Einkom- mensteuerrichtlinien wiederum zu aktivierungspflichtigem Herstellungs- aufwand, der ebenfalls auf drei Jahre abzuschreiben ist.

Die Domain-Adresse für Ihre Ordinationshomepage ist ein immaterielles Wirtschaftsgut. Aufwendungen für die Anschaffung sind zu aktivieren und in der Regel nicht abnutzbar. Die laufenden Aufwendungen aus der Benützung der Domain sind allerdings sofort abzugsfähig.

Tipps auf einen Blick

Spenden aus dem Betriebsvermögen an bestimmte im Gesetz genann- te begünstigte Institutionen und für mildtätige Zwecke sind bis max. 10 % des Gewinns des laufenden Wirtschaftsjahres steuerlich absetzbar. Auch Sponsorbeiträge an diverse gemeinnützige, kulturelle, sportliche und ähnliche Institutionen sind steuerlich absetzbar, wenn damit eine an- gemessene Gegenleistung in Form von Werbeleistungen verbunden ist. Bei derartigen Zahlungen handelt es sich um echten Werbeaufwand.


Weihnachtsgeschenke an Ihre Mitarbeiter: An Ihre Mitarbeiter können Sie Sachzuwendungen bis max. 186 Euro pro Mitarbeiter schenken. Kei- neswegs schenken dürfen Sie Geldzuwendungen, denn diese sind im- mer steuerpflichtig. Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass der geldwerte Vorteil aus der kostenlosen Teilnahme, wie zum Bei- spiel für Verpflegung, Teilnahme an Unterhaltungsdarbietungen oder Rei- sen bis 365 Euro pro Mitarbeiter steuerfrei ist.


Weihnachtsgeschenke: Die Weihnachtsgeschenke für Ihre Kunden und Geschäftspartner sind grundsätzlich nicht als Betriebsausgabe absetz- bar, außer Sie übergeben den Kunden Geschenke, die eine entspre- chende Werbung für Ihr Unternehmen darstellen, wie zum Beispiel Ku- gelschreiber, Kalender oder Wein jeweils versehen mit Ihrer Firmenauf- schrift.

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Die Steuernews sind in Zusammenarbeit mit Minarik Wirtschaftstreuhand Steuerberatung GmbH, 2340 Mödling, www.minarik-wt.at, entstanden.