RECHT & STEUERN I Tipps zum Jahresende

foto: Fotolia/ magele-picture

Steuertipps zum Jahresende

Droht ein zu hoher Gewinn? Dann investieren Sie noch bis Jahresende und schlagen Sie der Steuer ein Schnippchen.

Für Einnahmen-Ausgaben-Rechner, die auf ein erfolgreiches Jahr 2018 zurückblicken, sich gleichzeitig jedoch über hohe Steuernachzahlungen sorgen, können Gewinne vielleicht noch gesteuert und verschoben werden, und zwar durch das Ver- schieben von Einnahmen ins nächste Jahr bzw. das Vorziehen von Ausgaben ins auslaufende Jahr. Allerdings ist darauf zu achten, dass regelmäßig wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben, die innerhalb von 15 Tagen vor bzw. nach dem Jah- reswechsel zu- bzw. abfließen, für jenes Kalenderjahr zu rechnen sind, dem sie wirtschaftlich zuzuordnen sind.


Vorauszahlungen leisten

Grundsätzlich sind auch Vorauszahlungen von Beratungs-, Bürgschafts-, Fremdmittel-, Garantie-, Miet-, Treuhand-, Vermitt- lungs-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sind gleichmäßig auf den Zeitraum der Vorauszahlung zu verteilen.

Um den Gewinn des Jahres 2018 zu reduzieren, können daher zum Beispiel Mieten oder Beratungshonorare für einen Teil oder das ganze Jahr 2019 steuerwirksam noch 2018 vorausgezahlt werden.


Gewinnfreibetrag

Eine wesentliche Maßnahme zur Optimierung der Einkommensteuerbelastung stellt der Gewinnfreibetrag dar. Steuerpflichti- ge können einen Gewinnfreibetrag zur Verminderung des steuerpflichtigen Gewinnes geltend machen. Ein Freibetrag be- wirkt eine Verminderung der Steuerbemessungsgrundlage. Der Gewinnfreibetrag beträgt bis zu 13 % des Gewinnes aus der beispielsweise ärztlichen Selbständigkeit. Die Bemessungsgrundlage ist der Gewinn des Kalenderjahres. Der Gewinnfreibe- trag steht für jedes volle Kalenderjahr bis zu einer Bemessungsgrundlage von 30.000 Euro zu. Dies ist der Grundfreibetrag. Bei einem Gewinn von 30.000 Euro ergibt das somit 3.900 Euro. Dieser Betrag vermindert die Bemessungsgrundlage. Eine weitere Möglichkeit besteht dann, wenn die Bemessungsgrundlage den Betrag von 30.000 Euro übersteigt. In diesem Fall kann ein investitionsbedingter Gewinnfreibetrag geltend gemacht werden. Dies bedeutet, dass Investitionen dazu führen, dass eine Verminderung der Steuerbelastung eintritt.

Voraussetzung für einen Freibetrag ist, dass folgende Wirtschaftsgüter angeschafft werden: Ungebrauchte, abnutzbare kör- perliche Anlagegüter mit einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von mindestens vier Jahren. Ausgenommen sind je- doch Pkw und Kombinationskraftfahrzeuge.


Wertpapiere, Werbung und Spenden

Bei den Wertpapieren hat sich eine wesentliche Verbesserung ergeben. Seit 2017 zählen festverzinsliche Wertpapiere (Bundesanleihen, Bankschuldverschreibungen, Industrieobligationen, Options- und Umtauschanleihen) sowie Fonds, die sich aus derartigen Wertpapieren zusammensetzen sowie Immobilienfonds und Garantiezertifikate wieder zu den begüns- tigten Wertpapieren.

Voraussetzung ist, dass die erworbenen Gegenstände vier Jahre im Betriebsvermögen verbleiben. Somit ist bei der An- schaffung von Wertpapieren darauf zu achten, dass diese eine mindestens vierjährige Restlaufzeit aufweisen. Die Anschaf- fung von Neuemissionen ist nicht erforderlich. Im Falle einer Veräußerung der körperlichen Anlagegüter oder der Wertpapie- re innerhalb von vier Jahren ab Anschaffung ist eine Nachversteuerung des Gewinnfreibetrages vorzunehmen, sofern nicht eine Ersatzanschaffung von körperlichen Gegenständen erfolgt.

Bei Werbungskosten gilt das Abflussprinzip. Sollen Werbungskosten wie beispielsweise Fortbildungskosten, Fachliteratur, Mitgliedsbeiträge etc. noch im alten Jahr steuerwirksam sein, müssen sie noch bis 31. Dezember 2018 bezahlt werden. Spenden als Betriebsausgaben oder als Sonderausgaben können bis zu 10 % des Gesamtbetrages der Einkünfte an be- stimmte, im Gesetz genannte, begünstigte Institutionen umfassen. Damit derartige Spenden noch im Jahr 2018 abgesetzt werden können, müssen sie bis spätestens 31. Dezember 2018 getätigt werden.


mn