WOHNTRÄUME | Trends

Mix & Match

Was in der Mode längst gang und gäbe ist – nämlich das beliebige Kombinieren von Vintage- und neuesten It-Teilen vom luxuriösen Designer bis zum Massenlabel –, ist zunehmend auch im Wohnbereich beliebter Einrichtungstrend.

Foto: Villeroy & Boch; Geberit, Bette

Die zeitgenössische Neudefinition der Chester-Linie von Poltrona Frau ist eine Hommage an die Herrenzimmer

vergangener Jahrzehnte – angepasst an heutige Ansprüche durch flexible Elemente.

Der Entwurf des Met-Lusters von Hans Harald Rath aus dem Jahr 1963 für die Metropolitan Oper in New York wur- de zur Lobmeyr-Ikone des 20. Jahrhunderts und ist heute bei lichterloh im Sortiment.

Stilvoller Genuss im Sixties-Stil kann mit der neuen Dekanter-Serie Tank von Tom Dixon zelebriert werden.

Zeitloser Wohnstil bei Viktor Steinwender: Wer es sich auf einem Klassiker wie einem Thonet-Stuhl bequem macht, beweist Rück-besinnung auf Tradition.

Spezielle Einrichtungsmomente und ein angenehmes Wohngefühl erreicht man nicht, wenn es in den eigenen vier Wänden wie im Wohnkatalog aussieht. Vintage muss nicht automatisch altmodisch heißen, sondern bringt individuelles Flair nach Hause. Ausgewählte Stücke oder gar Unikate tun Wohnzimmer, Küche oder auch dem Eingangsbereich gut. Die richtige Kombination mit modernen Kollektionen schafft ein stimmiges Heim. Auf der Suche nach den richtigen Teilen begibt man sich am besten in kompetente Hände. Das ist weitaus weniger zeitaufwendig als das Stöbern auf Flohmärkten, regelmäßige Besuche in Second-Hand-Läden oder Online-Aktivitäten auf diversen Verkaufs- und Versteigerungsplattformen.


Interior-Designer Christian Hantschel ist ein ergiebiger Interviewpartner, wenn es um das Thema Einrichten und den Vinta- ge-Gedanken geht: „Ich bin ein großer Vintage-Fan. Möbel aus verschiedenen Epochen ergeben einen natürlichen, ge- wachsenen Look. Unabhängig davon, ob die Möbel gekauft oder geerbt wurden, verleihen Dinge, die mitwachsen und ge- sammelt werden, einem Zuhause Charakter.“ Seinen Stil definiert Hantschel als eklektisch mit einem Hauch praktisch, das heißt er liebt es vielseitig, schöpft gerne aus verschiedenen Quellen und macht sich einen Stilmix zu eigen, bei dem seiner Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Er findet es auch schade, dass die Österreicher es nicht gewohnt sind, Interior-Desi- gner zu Rate zu ziehen. „Das käme sicher günstiger als so manche Fehlinvestition“, meint er lächelnd. Denn nach eigenem Geschmack auszuwählen und Epochen zu mischen, hat seine Tücken. Hantschel hat dazu mehrere Denkanstöße parat: „Ich persönlich mag den Mid-Century-Trend. Interior der 1950er- und 1960er-Jahre liefert große Inspirationen. Aber auch dänische Designer, der minimalistische, skandinavische Style und tolles tschechisches Design haben ihren Reiz.“ Eine inter- essante Anlaufstelle für individuelles Wohnen ist das Unternehmen lichterloh. Seit 1990 liegt der Fokus auf österreichi- schem und internationalem Design des 20. Jahrhunderts. In der Nähe des Wiener Museumsquartiers finden sich Designer- stücke mit klingenden Namen ebenso wie Möbel und Wohnaccessoires unbekannter Kreativer. Ein weiterer heißer Tipp ist der Familienbetrieb Viktor Steinwender. Inhaberin Eva-Maria Schmertzing-Thonet hat das richtige Gespür für Stilmöbel und elegante Wohnaccessoires sowie Raumplanung. Sie arbeitet gerne gemeinsam mit Kunden individuelle Wohnwünsche aus. Nicht selten hat sie die zündende Idee für das richtige Key-Piece, um das sich dann das neue Wohnkonzept aufbaut. Lieb- haber von außergewöhnlichen Stoffen und Tapeten wähnen sich an der Adresse Tuchlauben 20 im (Wohn-)Paradies.