THEMA | Schlafstörungen

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Gesunder Schlaf

Schlafstörungen sind sehr häufig, etwa jeder vierte Österreicher ist davon betroffen. Die Ursachen dafür sind meist Stress, psychische Probleme ebenso wie körperliche Erkrankungen.

Meist kommt der Patient aufgrund der Schlafstörungen zuerst in die Allgemeinpraxis, da der praktische Arzt die erste Anlaufstelle ist. Patienten mit Schlafstörungen haben oftmals einen großen Lei- densdruck aufgrund des Schlafmangels und dessen Auswirkun- gen auf ihr berufliches und familiäres Leben. Wichtig ist es dabei, nicht gleich zu Schlafmitteln zu greifen, sondern zuerst genauer zu erfassen, ob es sich bereits um eine Schlafstörung handelt und wenn ja, um welche Form. Erst nach dieser genaueren Erhebung kann eine weiterführende Diagnostik oder Behandlung verordnet werden.

Nach der internationalen Klassifikation für Schlafstörungen (The International Classification of Sleep Disorders ICSD2, Dia- gnostic and Scoring Manual, American Academy of Sleep Medicine 2005) spricht man von Insomnie, wenn die folgenden Kriterien erfüllt sind: Einschlafstörung, Durchschlafstörung, Frühmorgenerwachen oder nicht restaurativer Schlaf trotz ad- äquater Schlafgelegenheit und -umstände. Mindestens eine der folgenden Tagesbeeinträchtigungen ist auf die Nachtschlaf- störung zurückzuführen, wie zum Beispiel Müdigkeit oder Malaise, Beeinträchtigung von Aufmerksamkeit, Konzentration oder Gedächtnis, Stimmungsbeeinträchtigung, Verspannungen, Kopfschmerzen oder gastrointestinale Symptome als Folge der Schlafbeeinträchtigung sowie Sorgen und Bedenken über den Schlaf. Von einer Schlafstörung kann dann gesprochen werden, wenn die genannten Symptome mindestens dreimal in der Woche und länger als einen Monat auftreten.


Diagnose und Therapie

Die Diagnose der Schlafstörungen erfolgt auf zwei Ebenen: Es werden der subjektive Eindruck und die subjektive Schlaf- qualität des Patienten erhoben. Dies kann durch Fragebögen sowie Schlaftagebuch erfolgen. Weiters wird eine Untersu- chung im Schlaflabor angeordnet, um objektive Daten zu erheben. Dabei werden Hirnströme, Augenbewegungen und Mus- kelaktivität gemessen sowie Herzaktivität, Puls, Atemfluss und Atembewegungen der Brust, Schnarchgeräusche, Sauer- stoffsättigung des Blutes und Beinbewegungen.

In der Therapie von Schlafstörungen gibt es drei Säulen: Psychotherapeutische Maßnahmen wie zum Beispiel die Behand- lung der psychischen Grunderkrankung, Stressprävention, verhaltenstherapeutische Maßnahmen, somatische Verfahren wie zum Beispiel Schnarchschienen und Beatmungsgeräte (CPAP) bei schlafbezogenen Atmungsstörungen und Medika- mente, die Schlaf und Wachheit regulieren.


Erster Schritt: Schlafhygiene

Bevor zu einer medikamentösen Behandlung gegriffen wird, sollte zum einen eine Untersuchung im Schlaflabor erfolgen, zum anderen sollte die Schlafhygiene verbessert werden und/oder psychotherapeutische Methoden zum Einsatz kommen. Allgemein sollte darauf geachtet werden, Schlafhygiene zu betreiben. Es kann dem Patienten dazu geraten werden, auf koffeinhaltige und alkoholische Getränke zu verzichten, abends keine schweren Mahlzeiten einzunehmen, regelmäßig Sport zu betreiben, vor dem Schlafengehen geistig oder körperlich anstrengende Tätigkeiten zu vermeiden, Einschlafrituale einzuführen, wie etwa ein Buch zu lesen, sowie eine angenehme Atmosphäre im Schlafzimmer herzustellen. Hilft dies nicht und kann eine organische Ursache der Schlafstörungen ausgeschlossen werden, sollte zu einer psychologischen oder psy- chotherapeutischen Behandlung geraten werden.


Literatur bei der Verfasserin