PRAXIS & STEUERRECHTWertgegenstände 

FotoS: peterberger.photography

Im Banktresor am

besten aufgehoben

Sie werden stark nachgefragt und das mit gutem Grund: Banksafes. Denn nirgendwo sonst kann man Wertgegen- stände sicherer aufbewahren.

Lokalaugenschein in der Wiener Goldschmiedgasse. Hier findet sich mit mysafe seit Kurzem eine der modernsten und sichersten Tresoranlagen des Landes. Der Zugang erfolgt über die Geschäftsräume des Bankhauses Schelhammer & Schattera. Dort wartet rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr eine Safekabine auf Kunden – und zwar ohne vorherige Anmeldung. Nach Eingabe eines PIN-Codes sowie per Fingerprint kann diese be- treten werden. In weiterer Folge bringt ein Roboter über einen kleinen Schacht das Schließfach des Kunden direkt in die Safekabine. Dieses wird mit einem Schlüssel geöffnet.

„Wir sehen seit Längerem einen hohen Bedarf an Aufbewahrungsmöglichkeiten für Wertge- genstände, die genauso sicher sind wie Tresorräume, aber von Banköffnungszeiten unab- hängig sind“, erklärt Georg Lemmerer, MFP MBA, Geschäftsführer mysafe, den Hintergrund des Angebots. Gerade Ärzte werden ein Lied davon singen können, wie schwer es ist einen fordernden Job mit Banköffnungszeiten unter einen Hut zu kriegen. Die Kundennachfrage seit dem Marktstart im Juni bestätigt jedenfalls die Einschätzung Lemmerers. „Mysafe wird sehr gut angenommen. Trotzdem haben wir noch verfügbare Kapazitäten für neue Kunden“, sagt er.


Kein sicheres Versteck zu Hause

Eine starke Nachfrage nach sicheren Aufbewahrungsmöglichkeiten bestätigen auf Anfrage von Ärzte Exklusiv auch andere Banken. Mitunter gibt es sogar lange Wartelisten für einen Banksafe. Bernd Lausecker, Projektleiter Finanzdienstleistungen beim Verein für Konsumen- teninformation (VKI), wundert das keineswegs. „Vom Sicherheitsaspekt her gibt es nichts Besseres als Banksafes“, so der Experte. Er verweist darauf, dass es in den eigenen vier Wänden praktisch kein sicheres Versteck gibt. Egal, ob Bargeld, Münzen, Schmuck oder

wichtige Dokumente – die meisten Einbrecher würden praktisch alles finden, was sie suchen.

„Bei der Wahl eines Anbieters ist es besonders wichtig sich anzuschauen, wie der Zutritt geregelt ist“, so Lausecker weiter. Wichtig sei es auch sich zu informieren, ob die Inhalte versichert wären und wenn ja, in welcher Höhe sowie ob darüber hinaus auch Zusatzversicherungen möglich wären. Bei der Bank Austria, die Safes in den Größen 5,5 dm³ bis 300 dm³ anbietet, ist etwa eine automatische Versicherung der Wertgegenstände inkludiert – gegen Einbruch, Feuer und Wasser bis zu einer maximalen Versicherungssumme von 3.635 Euro. Darüber hinaus ist auch eine Zusatz- versicherung möglich. „Bei mysafe sind Einlagen bis zum Wert von 35.000 Euro automatisch versichert“, so Lemmerer. Auch eine höhere Versiche- rung sei nach Bedarf möglich – und das zu einem Preis von zwei Promille der Versicherungssumme (entspricht zwei Euro pro 1.000 Euro, Anm.). Stichwort Preis: Die Jahresgebühr für einen Banksafe beläuft sich bei den heimischen Banken – je nach Größe – zwischen rund 40 und 70 Euro. Bei mysafe kostet die kleinste – von insgesamt sechs – Safegrößen 330 Euro. Dafür hat man auch rund um die Uhr Zutritt. Laut VKI-Experten Laus- ecker relativiert sich der Preis ohnehin. „Banktresore sind sicherlich der falsche Platz, um Geld zu sparen“, meint er.


pb