MEDIZINPRODUKTE |  Wundversorgung

FotoS: Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt

Digitale Patienten-

versorgung bei

chronischen Wunden

Der Therapievorschlag wird an den Hausarzt und den ambu- lanten Pflegedienst übermittelt.

Ausgewählte Patienten mit chronischen Wunden werden erstmals in Kärnten per Bildschirm in den eigenen vier Wänden zu Hause betreut. Der gesamte Ablauf einer Visi- te wird vereinfacht, ein aufwendiger Weg ins Kranken- haus kann vermieden werden.

Bei manchen Patienten heilen Wunden nur noch schlecht oder nicht mehr vollständig ab. Dauert der Prozess länger als sechs bis acht Wochen, sind Wunden chronisch, die Gründe dafür können zum Beispiel Diabetes Mellitus, chronische Gefäßerkran- kungen oder ein Krampfadernleiden sein. Anstelle langer Krankenhausaufenthalte und wöchentlicher Vorstellungen in der Wun- dambulanz besteht für Betroffene im Bundesland Kärnten nun auch die Möglichkeit, sich zu Hause behandeln zu lassen. Mög- lich gemacht wird das im österreichweit ersten Kompetenzzentrum Multiprofessionelles Wundmanagement am Elisabethinen- Krankenhaus durch die Einbindung von medizinischen Informations- und Kommunikationstechnologielösungen. Diese werden vom EU-Projekt „HealthNet“ initiiert. Österreichweit ist Kärnten über die Gesundheitsabteilung des Landes und mit dem Elisa- bethinen-Krankenhaus Klagenfurt die Pionierregion. Partner zum Erfahrungsaustausch sind die Region Veneto und die Local Health Authority in Triest. Seit rund sechs Monaten läuft HealthNet, die Tele-Visite bei chronischen Wunden, nun in der Praxis mit Patienten aus dem Bezirk Völkermarkt und in Zusammenarbeit mit speziell geschultem Pflegepersonal sowie dem Hausarzt. Die Versorgung von rund 25 Patienten ist geplant.


Digitaler Hausbesuch

Konkret werden Bilder von den Wunden über sichere Internetkanäle direkt zum behandelnden Arzt ins Krankenhaus geschickt. „Im Anschluss an die Befundung erstellt der Wundexperte einen Therapievorschlag, der automatisch parallel an den Hausarzt und an den ambulanten Pflegedienst als Ergebnismeldung versendet wird“, beschreibt. Christiane Dreschl, MBA, vom Wund- zentrum am Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt die Abwicklung. Der Hausarzt verordnet und ergänzt die Therapie, die vom ambulanten Pflegedienst ausgeführt wird und zu einer optimalen Wundheilung führt. „Die Telekonsultation kann hier viele auf- wendige persönliche Besuche im Krankenhaus vermeiden. Die Meinung eines Wundspezialisten kann mittels Bildübertragung schneller und somit effizienter eingeholt werden“, erklärt Mag. Michael Steiner, MAS, Geschäftsführer des Elisabethinen-Kran- kenhauses Klagenfurt. Vor allem für schwer pflegebedürftige Menschen werden auf diese Weise unnötige Transporte vermie- den.rh