PRAXEN & IMMOBILIEN | Wohnen am Wasser

Der Traum von der Immobilie am Wasser

Egal, ob an einem der Salzkammergutseen oder in der Großstadt, Immobilien am Wasser sind gerade in Zeiten von Covid-19 heiß begehrt. Das Problem an der Sache: Das Angebot ist meist rar bemessen.

Einzigartige Lage am Neusiedlersee: Direkt am offenen See und außerhalb des Schilfgürtels, gleich  neben dem Seebad und der Mole West,

wurde in Neusiedl am See das Projekt „Am Hafen“ realisiert.

Dazu gehören 21 Seehäuser, die allesamt über einen eigenen

Bootsanlegeplatz und Badesteg verfügen.

_______________________________________________________________

Ruhelage am Wasser und trotzdem nur 15 Minuten vom Wiener Stadtzen- trum entfernt: Bis 2022 entsteht im Kuchelauer Hafen, im 19. Wiener Gemeindebezirk, das Projekt „The Shore“. Den künftigen Bewohnern der insgesamt 125 Apartments wird einiges geboten: Angefangen mit Privat- stränden und Badestegen, über Bootsanlegeplätzen sowie Sport- und Wellnessmöglichkeiten, bis hin zum exklusiven Concierge-Service.

_______________________________________________________________

Ein exklusives Wohnprojekt, das in Unterburgau direkt am Attersee entsteht. Dazu gehören drei Häuser mit jeweils drei Wohnungen. Immo- bilien am und rund um den größten Salzkammergutsee erfreuen sich

einer ungebrochen starken Nachfrage. Das Problem bei der Sache: Zum Verkauf stehen immer nur eine Handvoll Liegenschaften.

_______________________________________________________________

Ein Bootshaus – wie diese Perlen am Hallstätter See – sein Eigen zu

nennen, gilt als purer Luxus. Wer eines ergattern kann darf sich

zurecht als Glückspilz bezeichnen. Etliche Bootshäuser gehören den

Österreichischen Bundesforsten. Freie Objekte werden öffentlich

ausgeschrieben. Den Zuschlag bekommt der Bestbieter.

_____________________________________________________________

Nur zwei Gehminuten vom Traunsee entfernt, entstehen dieses Seevillen in Altmünster. Auch am viertgrößten heimischen See sind

Seeimmobilien nahezu unmöglich zu bekommen und werden

zu Liebhaberpreisen gehandelt. Zu den beliebtesten

Lagen gehören Gmunden, Traunkirchen und Altmünster.

______________________________________________________________

fotoS: jam jam, Billrothstraße 85 Projektentwicklung GmbH irene schanda

„Die Nachfrage nach Immobilien am Attersee ist ungebrochen hoch. Wir spüren das in allen Bereichen“, sagt Walter Mairinger, Geschäftsführer Attersee Exklusiv Wohnbauträger GmbH. Er führt das einerseits auf das Niedrigzinsumfeld und den Mangel an sicheren Anlagemöglichkeiten zurück. Auch wenn Seeimmobilien nicht gekauft werden, um Renditen zu lukrieren, sondern vielmehr um sein Geld sicher zu parken. „Andererseits ist Reisen schwieriger geworden und Österreicher kaufen verstärkt in Österreich“, nennt Mairinger einen weiteren Grund für das aktuell knappe Angebot an Seeimmobilien.

Aber ganz unabhängig von der Corona-Pandemie und ihren Auswirkungen auf die Immobilienmärkte gilt: Am Attersee steht immer nur eine Handvoll Liegenschaften zum Verkauf. Neben einem exklusiven Wohnprojekt in Unterburgau, das sich aus drei Häusern mit jeweils drei Wohnungen zusammensetzt, gehört dazu ein knapp 1.000 m2 großes Baugrundstück mit Baubewilligung in derselben Ortschaft. Am Westufer des Attersees, in Nußdorf, sind laut Mairinger „ein bis zwei große Liegenschaften mit ein paar Tausend Quadratmetern“ zu haben. In Weyregg wartet wiederum ein Badeplatz mit kleiner Hütte auf seinen künftigen Besitzer.


Keine Schnäppchen

Schnäppchen darf man sich am Attersee nicht erwarten. Nur äußerst selten kommt beispielsweise eine halbwegs erschwingliche Wohnung älteren Baujahrs auf den Markt. Wo jedermann hinwill, sprich in die erste Reihe, geht es preismäßig richtig zur Sache. „Bei Baugrundstücken am See kostet der Quadratmeter – je nach Größe – zwischen 4.000 und 10.000 Euro. Wohnungen werden zum Teil schon bis zu 20.000 Euro/m2 gehandelt. Wenig hilfreich ist in diesem Zusammenhang die Debatte rund um Zweitwohnsitze – rund um den Attersee sind alle Gemeinden Vorbehaltsgebiete –, wie Mairinger erklärt. „Sie führt nicht dazu, dass die Angebotspalette größer wird, sondern macht den Markt noch enger und teurer.“

Immer gefragt und dementsprechend teuer sind auch Wohnungen direkt am See oder Objekte mit Seeblick am benachbarten Mondsee. Für zusätzlichen Druck am Markt sorgen dort die hohen Immobilienpreise in Salzburg, die viele zusätzliche Interessenten in die Region führen. Und wie es zu erwarten ist, ist auch das Angebot am Wolfgangsee nicht unendlich groß. Da verwundert es nicht, dass etliche der insgesamt 19 Eigentumswohnungen, die zum Projekt „Bella Vista“ mitten in St. Wolfgang gehören, schon vor der Fertigstellung Ende 2021 verkauft sind. Ein kleines Detail am Rande: Dem Projektgrundstück vorgelagert ist eine Seefläche im Eigentum. Die Bewilligung für den Bau einer Steganlage liegt bereits vor.

Nicht gerade preiswert sind auch Wohnungen mit Seeblick am Traunsee. Wie Philip Steinkogler, Geschäftsführer von RE/MAX Traunsee, erklärt, kosten diese zwischen 5.000 und 6.000 Euro/m2. Penthouses sind ab 10.000 Euro/m2 zu haben. Zu den beliebtesten Lagen am Traunsee zählt der Immobilienexperte Gmunden, Traunkirchen und Altmünster. Aber auch dort hat Covid-19 die Nachfrage befeuert. „Die Preise werden sicherlich nicht günstiger“, so Steinkogler. Nachsatz: „Seeimmobilien sind fast unmöglich zu bekommen und werden dementsprechend zu Liebhaberpreisen gehandelt.“


Raum Traunsee: 1.000 Wohnungen in Bau

Für all jene, die es nicht gerade zu den Top-Objekten in Spitzenlagen am Traunsee zieht, ist die Lage aber nicht völlig aussichtslos. Laut Steinkogler befinden sich in der Region aktuell um die 1.000 Eigentumswohnungen im Bau. Weitere 1.000 Wohnungen stünden zur Vermarktung, von denen rund 800 frei finanziert werden. „Die Preise von neuen, durchschnittlichen Wohnungen betragen rund 3.500 bis 4.500 Euro/m2 “, so Steinkogler. Keinen Preisanstieg macht er bei gebrauchten Wohnungen aus. Sie kosten zwischen 1.500 und 5.000 Euro/m2. Ein anderes Bild zeigt sich bei den stark nachgefragten Baugrundstücken. Je nach Lage muss für sie mit Preisen zwischen 100 und 800 Euro/m2 gerechnet werden.

Sehr stark ausgeprägt ist auch die Nachfrage nach Einfamilienhäusern bis 500.000 Euro. Stabile Preise macht Steinkogler im Preissegment ab 700.000 Euro aus. „Sehr geschätzt“ sind seiner Einschätzung nach das Innere Salzkammergut und der Raum Bad Ischl. Dass die frühere kaiserliche Sommerresidenz von Kaiser Franz Joseph I – gemeinsam mit 20 anderen Gemeinden des Salzkammerguts – 2024 Kulturhauptstadt Europas sein wird, dürfte das Interesse nicht gerade mindern. „Immer beliebter geworden ist in den letzten Jahren Hallstadt. Allerdings gibt es dort kaum Wohnprojekte und Einfamilienhäuser“, so Steinkogler.

Zu den größten Wunschträumen der meisten Seeliebhaber zählen sicherlich Bootshäuser. Sie sind sehr schwer zu bekommen. Etliche davon stehen – wie auch Bojen, Stege oder Uferflächen – im Besitz der Österreichischen Bundesforste (ÖBf), ebenso wie auch viele der schönsten heimischen Seen. Die Aktiengesellschaft im Eigentum der Republik Österreich hat nach Angaben von Mag. Georg Schöppl,  Schöppl, Vorstand für Finanzen und Immobilien, rund 9.000 Verträge für die Nutzung von Bootshäusern, Bojen, Stegen und Uferflächen abgeschlossen.


Bootshäuser: Individuelle Preise

„Die Pachtpreise für Bootshäuser sind sehr individuell. Wir schreiben  freie Objekte öffentlich aus. Den Zuschlag bekommt der Bestbieter“, erklärt Schöppl. Der Pachttarif für Badestege und Badeplätze wird wiederum von einem Gutachter ermittelt. Die Laufzeiten der Verträge sind üblicherweise 10 bis 20 Jahre. Während der Laufzeiten gibt es abgesehen vom vereinbarten Verbraucherpreisindex keine Erhöhungen. Ungefähr alle 10 Jahre lassen die ÖBf erneut ein Wertgutachten erstellen, das die Basis für künftige Verträge oder Vertragsverlängerungen ist. „Natürlich gibt es Seen, die eine andere wirtschaftliche Bedeutung haben als andere. Das spiegelt sich auch in den Pachten“, so Schöppl. So kostet ein Steg am Attersee aktuell beispielsweise 23,60 Euro/m2 und Jahr. Am Hallstätter See hingegen 7,50 Euro.

Nicht im Eigentum der ÖBf, sondern großteils der Familie Esterházy, steht der Neusiedler See. Zuletzt stand der Steppensee aufgrund seines rekordverdächtig niedrigen Wasserstands öfters in der Öffentlichkeit. Nichtsdestotrotz übt das Naturjuwel auf viele Menschen eine unglaubliche Faszination aus. An einem besonders schönen Plätzchen, gleich neben dem Seebad und der Mole West, findet sich in Neusiedl am See das Projekt „Am Hafen“. Es wurde direkt am offenen See und außerhalb des Schilfgürtels realisiert und setzt sich aus insgesamt 22 Häusern, die jeweils über einen Bootsanlegeplatz und Badesteg verfügen, zusammen. Alleine im Jänner 2021 konnten vier Häuser verkauft werden. Damit sind vom ganzen Projekt nur mehr acht Häuser zu haben. Zwei weitere sind reserviert. Je nach Lage und Größe, belaufen sich die Kosten für ein Seehaus ab 1,1 Millionen Euro. „Wenn der Verkauf in diesem Tempo weitergeht, wäre es möglich, dass wir – trotz der Pandemie – mit der Auktion des Hauses im Schilf im Sommer das letzte Objekt einem neuen Besitzer übergeben können“, sagt Wolfgang Gollner, geschäftsführender Gesellschafter der Neusiedl am See Projektentwicklung GmbH Projekts, die für das Projekt verantwortlich ist. Das „Haus im Schilf“, das auf einer 360 m2-Gesamtgrundfläche 80 m2 Wohnfläche bietet, ist sicherlich das Prunkstück des ganzen Komplexes. Umgeben von Schilf und nur über einen privaten Steg erreichbar, liegt es mitten am Wasser.


Urbanes Leben am Wasser

Wer bei aller Liebe zur Wassernähe dennoch nicht auf die Vorzüge des urbanen Lebens verzichten möchte, findet auch in Wien etliche Möglichkeiten. Als das „bislang einzige authentische Waterfront-Projekt am Donaukanal“ wird beispielsweise das Triiiple an der Erdberger Lände von den Entwicklern Soravia und ARE Development angepriesen. In einem von drei über 100 Meter hohen Türmen werden noch diesen April Studenten in das darin befindliche Studentenheim einziehen. In den beiden anderen Hochhäusern befinden sich frei finanzierte Eigentumswohnungen mit Größten zwischen 33 und 165 m2. Die Fertigstellung des gesamten Projekts soll noch diesen Herbst erfolgen.

In etwas ruhigerer Lage, im Kuchelauer Hafen im 19. Bezirk, aber dennoch nur 15 Minuten Fahrzeit von der Wiener Innenstadt entfernt, entsteht gerade das Projekt „The Shore“. Dazu gehören – aufgeteilt auf zehn Villen – 125 Wohnungen. Mit der Fertigstellung im kommenden Jahr werden die Bewohner einen privaten Badebereich mit Badestegen und Bootsanlegeplätzen nutzen können. Der Verkauf der Wohnungen ist längst im Laufen. Etliche sind bereits vergeben. „Wohnen am Wasser oder generell im Grünen hat sicher mehr Bedeutung erhalten seit Corona. Man verbringt mehr Zeit zu Hause und möchte da immer Qualität haben“, zeigt sich Mag. Michaela Orisich, Teamleiterin Wohnen Prime bei Otto Immobilien, keineswegs verwundert über das Interesse an dem exklusiven Projekt.


pb