Foto: Daniela Beranek / AUVA

VLKÖ

Rasche Hilfe für

Schwerstverletzte

Eine Traumaversorgung, die sich nicht an Verwaltungs- grenzen orientiert, sondern an der gelebten Praxis und an geografischen Gegebenheiten, ist die Idee der Traumanetzwerke.

Grundlage für ein solches Netzwerk ist die Definition von Versorgungsregionen jenseits der Ländergrenzen. Nicht jedes Krankenhaus innerhalb die- ser Region braucht dieselbe Ausstattung und dasselbe Personal für die Unfallversorgung. Das ermöglicht einerseits eine wirtschaftliche Effizienz- steigerung, andererseits die Steigerung der medizinischen Qualität – und das gelingt durch Spezialisierung sowie durch eine Abstimmung der Be- dürfnisse der Patienten mit dem Angebot der Krankenhäuser. Je nach Verletzung können die Patienten innerhalb des Traumanetzwerkes direkt in ein passend ausgestattetes Krankenhaus gebracht oder verlegt werden – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Die Vorteile liegen auf der Hand. In diesem Sinne plädiert Dr. Roland Frank, Ärztlicher Direktor der AUVA und Vorstandsmitglied im Verband leitender Krankenhausärzte für einen ver- stärkten Erfahrungsaustausch zur Förderung der Traumanetzwerke in Österreich.


?Österreich hat eine hochwertige Patientenversorgung. Warum braucht es die Traumanetzwerke?

Jede verunfallte Person in Österreich soll an jedem Ort die gleichen Überlebenschancen haben. Die Bildung solcher Traumanetzwerke erfolgt nach dem Modell der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und zeichnet sich durch eine abgestufte Versorgungsstruktur aus. Das heißt, die teilnehmenden Krankenanstalten in einem Netzwerk nehmen entsprechend ihrer Ausstattung unterschiedliche Aufgaben wahr, um die Patienten ab- hängig vom Schweregrad ihrer Verletzung bestmöglich zu versorgen.


?Wie ist der Stand in Österreich?

Der Nutzen solcher Traumanetzwerke wurde erkannt und Studien belegen bessere Überlebenschancen nach Unfällen durch Traumanetzwerke. Mit dem Traumanetzwerk Salzburg ist ein Com- mitment zwischen acht Krankenanstalten gelungen, und das so- gar staatsübergreifend. Ein ebenso erfolgreiches Netzwerk konn- te mit dem Traumanetzwerk Kärnten geschaffen werden.


?Haben die österreichischen Traumanetzwerke eine Zertifizie- rung und wenn ja, welche Voraussetzung für die Einrichtung

müssen dazu erfüllt sein?

Ja, die haben wir. Zum Beispiel sind beide Traumanetzwerke Salzburg sowie Kärnten nach den Vorgaben der DGU zertifiziert. Diese richten sich nach den im „Weißbuch Schwerverletztenversorgung“ festgelegten Kriterien.


?Wie sieht der weitere Plan in Österreich aus?

Die Zusammenarbeit mit anderen Krankenhausträgern mit dem Ziel, Kooperationen einzugehen, verfolgt die AUVA konsequent weiter. Durch Schwerpunktsetzungen durch diese Kooperationen erhöhen sich die Fallzahlen, Expertenwissen wird gebündelt und gestärkt.


?Welche Rolle spielt dabei der VLKÖ?

Durch Einbindung der Leitenden Krankenhausärzte Österreichs ergibt sich ein wichtiger Erfahrungsaustausch zur Förderung der Zusammenarbeit und Kooperationen im Sinne der Patienten und des gesamten Gesundheitssystems.


rh