GENDERMEDIZIN | Harnwegsinfekte

Interstitielle Zystitis: Früh- zeitig behandeln

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Schmerzen beim Wasserlassen, Unterleibskrämpfe und häufiger Harndrang sind typische Anzeichen wiederkeh- render Blaseninfektionen. Wenn keine Erreger nachweis- bar sind und Antibiotika keine Besserung bringen, könn- te es sich um eine interstitielle Zystitis handeln.

Bei interstitieller Zystitis ist das Blasengewebe dauerhaft entzündet, weil es aufgrund einer beschädigten Blasenschutzschicht immer wieder in Kontakt mit aggressiven Stoffen aus dem Urin kommt. Die Ursachen der interstitiellen Zystitis sind noch weitge- hend ungeklärt. Fakt ist aber: Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser können die Beschwerden gelindert werden. Unbehandelt kann sie zu erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität führen. Doch die Diagnosestellung hat es aus ver- schiedenen Gründen in sich.


Zu Beginn nicht eindeutig

Im Anfangsstadium sind die Symptome sehr unspezifisch und können ebenso gut auf eine vergrößerte Prostata, eine Prostata- entzündung, eine überaktive Blase oder einen akuten Harnwegsinfekt hindeuten. Typische Anzeichen wie Schmerzen während der Füllphase der Blase können ein erstes Indiz für eine interstitielle Zystitis sein und sich im Verlauf der Erkrankung verstärken.

Infolge der dauerhaften Entzündung ist die Blase bei einer interstitiellen Zystitis besonders anfällig für Harnwegsinfektionen, so- dass beide Erkrankungen gemeinsam auftreten können. In diesem Fall fällt ein Erregernachweis positiv aus, die Behandlung er- folgt mit einem Antibiotikum. Die bakterielle Infektion wird dadurch bekämpft, doch die Beschwerden werden nicht verschwin- den, denn die interstitielle Zystitis als Quelle allen Übels wird auf diese Weise weder erkannt noch erfolgreich behandelt.


Seltene Erkrankung

Die interstitielle Zystitis ist eine seltene Erkrankung, sodass Ärzte sie bei der Diagnose oftmals gar nicht oder erst spät in Be- tracht ziehen. Patienten, die Hinweise auf eine interstitielle Zystitis zu erkennen glauben, sollten daher ihren Verdacht ruhig äu- ßern und um eine urologische Abklärung bitten.

Eine Diagnose der interstitiellen Zystitis ist mithilfe einer Blasenspiegelung möglich. Dabei wird die Blasenwand unter Narkose so gedehnt, dass die stecknadelgroßen Einblutungen in der Blasenwand erkennbar sind. Eine Gewebeprobe kann das Ergebnis gegebenenfalls absichern.

Im Durchschnitt vergehen neun Jahre, bis Patienten mit interstitieller Zystitis erfahren, woran sie leiden. Mit der Broschüre „Chro- nischer Blasenschmerz/Interstitielle Zystitis“ will der Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz e.V. nun dazu beitragen, die Erkrankung bekannter zu machen, damit sie früher diagnostiziert und behandelt werden kann.


rh


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