DFP-FORTBILDUNG & KLINIK I Gesundheitsberufe 

„Offensive Gesundheit“

Foto: istockphoto/ Juanmonino, ÄKW

Ein europaweiter Aktionstag der Gesundheits- berufe soll mehr Bewusstsein für die Probleme abseits der Pandemie schaffen.

Angesichts der Personalsituation in vielen Gesundheitsberufen fordert die European Public Services Union (EPSU) höhere Gehälter, mehr Personal und eine allen zugängliche Qualitätsmedizin. Ein europaweiter Aktionstag der Gesundheitsberufe unter dem Motto „Fighting for health and care beyond the pandemic“ im Oktober hat auf die Forderungen aufmerksam gemacht.

Die Vertreter der „Offensive Gesundheit“ zeigten sich dabei solidarisch mit den Forderungen der EPSU und riefen auch die österreichische Bun- desregierung auf, sich den Herausforderungen im österreichischen Gesundheits- und Pflegesystem „besser heute als morgen“ zu stellen, „denn auch die Helden in Österreich sind am Ende des Tages nur Menschen“. Gerade die jüngsten Diskussionen zum Budget und möglichen fehlenden Investitionen in den Spitälern haben gezeigt, dass die anstehenden Probleme nicht aus dem Fokus rücken dürfen. „In den Spitälern, die auch die

schwersten Fälle der Pandemie heilen sollen, gerade jetzt budgetär zu kürzen, ist definitiv der fal- sche Weg“, erklärt Dr. Wolfgang Weismüller, Obmann der Kurie angestellte Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien. Was man rasch benötigt sind für Weismüller Planungssicherheit, mehr Personal und damit auch mehr Investitionen.

Renate Anderl, Präsidentin der Arbeiterkammer Wien, appelliert an die politisch Verantwortlichen: „Es gibt keinen Spielraum und keine Zeit mehr! Wie in vielen anderen Bereichen brauchen wir bei der Verbesserung der Arbeits- und Ausbildungsbedingungen für die Gesundheitsberufe deutlich mehr Tempo. Das ist eine wichtige Grundlage für das Funktionieren unserer Gesellschaft – das ha- ben wir durch die Pandemie leider eindrucksvoll erlebt. Die österreichische Bundesregierung setzt hier die falschen Prioritäten, zuletzt auch im vorgelegten Budget. 130 Millionen Euro weniger für die Spitäler – so wird die viel zitierte Pflegeoffensive nicht gelingen. Die Beschäftigten der Gesund- heits- und Pflegeberufe und die Patientinnen und Patienten haben sich Besseres verdient.“


rh

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Informationen: www.offensivegesundheit.at