MEDIZIN | Allgerie

Allergien wirksam behan- deln schwerden

Foto: beck, istockphoto/Agosta

Allergologische Erkrankungen und Intoleranz-Reaktionen gehören zu den sozialmedizinisch bedeutsamsten Leiden der Bevölkerung und betreffen einen großen Prozentsatz dermatologischer Patienten. Allergologin Dr. Verena Beck gibt Tipps für die Praxis.

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?Nimmt die Prävalenz von Allergien zu?

Experten gehen davon aus, dass sie zunimmt. Die Frage ist, ob Allergien früher seltener untersucht wurden oder tatsächlich aktuell mehr Me- nschen betroffen sind. Es ist auch nicht gesichert, welche Rolle Umweltfaktoren spielen, jedoch klar ist, dass Allergien eine erworbene Erkrankung sind. Angeboren ist zum Beispiel eine Atopie oder Neurodermitis in den ersten Lebensmonaten, Allergien entwickeln sich erst sekundä- r.


?Bei welchen Allergien ist eine spezifische Immuntherapie sinnvoll?

Prinzipiell ist eine Allergenvermeidung der erste Schritt. Das ist bei manchen Allergenen aber nicht immer möglich, hier ist der nächste Schritt die Gabe von oralen Antihistaminika. Weiters gibt es Nasensprays und Augentropfen zur Abschwellung, bei asthmatischen Beschwerden einen Ast- hmaspray. Die Hyposensibilisierung gegen Allergien, die spezifische Immuntherapie, wirkt als einzige Behandlungsform direkt auf die Ursache. Durch wiederholte Gabe des Allergens in steigender Dosis verliert der Körper langsam seine Überempfindlichkeit. Besonders gut können Inse- ktengift-, Pollen- und auch Hausstaubmilbenallergie damit behandelt werden. Bei der subkutanen Immuntherapie (SCIT) wird das Allergen unter die Haut gespritzt, meist an der Hinterseite des Oberarms. Bei der sublingualen Immuntherapie (SLIT) wird das Allergen als Tablette oder in Form von Tropfen unter der Zunge eingenommen. Durch die SCIT und SLIT erwarten wir, dass ein Etagenwechsel ausbleibt und sich die Sym- ptome deutlich verbessern- .


?Wann ist eine Desensibilisierung sinnvoll?

Grundsätzlich bespreche ich das immer mit meinen Patienten. Es kommt auf die Allergie an. Sinnvoll ist es vor allem bei Allergenen, bei denen eine Karenz nicht möglich ist, wie zum Beispiel bei Hausstaub oder Pollen. Auf jeden Fall empfehle ich es bei einer Insektengiftallergi- e.


?Muss eine Immuntherapie während der Schwangerschaft unterbrochen werden?

Ich würde das schon empfehlen, weil es ein zusätzliches Risiko ist. Man sollte auf keinen Fall in der Schwangerschaft damit starten, Gleiches gilt für die Stillzeit.


?Wann ist eine Allergieimpfung kontraindiziert?

Prinzipiell dann, wenn das Immunsystem aus einem anderen Grund ohnehin schon geschwächt ist. Voraussetzung ist also ein guter Allgemein- zustand.



rh