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Der elegante luxuriöse Lifestyle-Riese ist ein wahres Raumwunder und animiert eher zum Gleiten als zum Hetzen.

Der elegante luxuriöse Lifestyle-Riese ist ein wahres Raumwunder und animiert eher zum Gleiten als zum Hetzen.




fotoS: Christian kerbler

Zwei Herzen in einer Brust

Dieses Jahr schärft Volvo seinen SUV-Klassiker XC90 mit einem Facelift noch einmal nach. Im T8 trifft ein luxuriöser Life- style-Transporter auf einen emissionslosen Elektro-Gleiter. Wie man zwei unterschiedliche Welten perfekt auf einen Nen- ner bringt, weiß auch unser aktueller Autotester, der Gynäkologe Oberarzt Dr. Christopher Nelson.

„Im Salzkammergut da kamma gut lustig sein!“ Peter Alexander pflanzt mir seinen Ohrwurm in die Gehörgänge, während ich durch eine Wand aus grauem Nieselregen entlang des Traunsees in Richtung Bad Ischl pflüge. Seit gefühlten fünf Kilometern zieht ein riesiger Traktor eine stetig länger werdende PKW-Schlange hinter sich her. Überholen unmöglich. Also aktiviere ich den adapti- ven Tempomat, kuschele mich in die feinen Ledersitze und rekapituliere die Eckdaten unseres Testwagens: An der Vorderachse sorgt ein 303 PS starker Vierzylinder für ordentlich Vortrieb. Er wird hinten fallweise vom wuchtigen Antritt eines 87-PS-Elektromo- tors unterstützt. Ergibt nach Adam Riese satte 390 PS. Der E-Motor wird von einem 10,4-kWh-Lithium-Ionen-Akku mit Energie ver- sorgt. Voll aufgeladen stehen 37 bis 46 km rein elektrischer Reichweite zur Verfügung. Wer den großen Volvo konsequent bei jeder sich bietenden Möglichkeit ans Ladekabel legt, ist im Alltag auf Kurzstrecken sehr effizient unterwegs. Zumal der elegante Raum- riese ohnehin eher zum Gleiten als zum Hetzen animiert.


In der Ruhe liegt die Kraft

In Ischl angekommen, lichten sich die Regenschleier. Nach der herzlichen Begrüßung führt mich Dr. Nelson unverzüglich in die Garage. Hier parkt sein eigener Volvo XC90. Auf die Frage, was ihn an der Marke fasziniert, meint er: „Der Aspekt der Sicherheit ist mir sehr wichtig und die technische Zuverlässigkeit. Ich hatte mit meinem Wagen noch nie ein Problem.“ Schon auf den ersten Me- tern wird klar: Mann und Maschine passen perfekt zueinander. Ruhig und souverän cruisen wir in Richtung Wolfgangsee und er- kunden nebenbei eine hochinteressante Biografie: Chris begann sein Medizinstudium in Ghana in unruhigen Zeiten, geprägt von politischen Rangeleien und Militärputschen. Also entschloss er sich Anfang der 1980er, nach Serbien zu gehen, um seine Ausbil- dung abzuschließen. Als dort 1990 der Krieg ausbrach, verschlug es den jungen Gynäkologen an die Uni Innsbruck. Nach Bad Ischl kam er der Liebe wegen und blieb. Heute arbeitet er als Oberarzt in der Gynäkologie am Salzkammergut Klinikum. Was meint jemand, der in seinem Leben gleich zweimal „flüchten“ musste, zum Thema Integration: „Für mich gibt es da zwei ganz einfache Punkte. Am wichtigsten ist die Sprache ... und dann eine sinnvolle Beschäftigung. Lasst die Menschen, die zu uns kommen, arbei-

ten. So lernen sie die Kultur und wiederum die Sprache. Ein sinnvoller Kreislauf, der viele Proble- me lösen würde. Für mich war es damals vergleichsweise leicht, meine Ausbildung in Österreich zu nostrifizieren. Aber ich habe auch rund um die Uhr daran gearbeitet. Heute bin ich hier zu Hause.“


Im Volvo nach Afrika

Am Rückweg dreht sich das Gespräch dann nicht mehr um die Vergangenheit, sondern schwenkt in Richtung Zukunft: „Ich habe da noch ein Projekt vor, wenn ich in ein paar Jahren in Pension gehe. Ich möchte mit ein paar Freunden auf Achse von hier nach Ghana fahren … am liebsten mit ein paar alten Volvos! Mit der richtigen Vorbereitung und vielleicht auch ein wenig medialer Begleitung könnte man unterwegs sicher auch viel Gutes tun!“ Beeindruckt und zufrieden verab- schiede ich mich und mache mich auf den Heimweg. Menschen wie Dr. Chris Nelson stehen wie Leuchttürme im Nebel und zeigen, dass es in dieser komplizierten Welt auch Lichtblicke gibt.



ck