PRAXEN & IMMOBILIEN | Immo-Aktien

Dauerbrenner

Wer in Immobilien investiert, kann momentan nicht wirklich etwas falsch machen. Immobilien-Aktien sollten in keinem Portfolio fehlen.

Keine Frage: Die Geldanlage in Aktien hat in der Vergangenheit – zumindest auf längere Sicht – immer andere Anlageformen wie Anleihen , Sparbuch und Ähnliches geschlagen. Mit Aktien ist man an einem Unternehmen beteiligt, das ein Portfolio verschiedenartiger Immobili- en bewirtschaftet. Die Aktien können jederzeit wieder zu Geld gemacht werden. Gerade diese hohe Liquidität zeichnet diese Anlageform aus. D- as können Anleihen auch. Bei diesen ist aber die Verzinsung bei Abschluss fix vereinbart. „Anleihen oder Aktien?“ ist eine Frage, die sich Warre- n Buffett nie stellen würde. Für ihn sind Aktien immer die bessere Wahl. Mediziner sollten sich daran an Beispiel nehmen. Aber alles auf eine Kart- e zu setzen, davor warnen alle Investmentberater und raten zur gesunden Mischung- .

Aktien haben sich in der Vergangenheit hingegen oft als äußerst gewinnbringend erwiesen. Die größte Attraktivität von Aktien liegt mit Sicherhe- it in den möglichen Kurssteigerungen und der Aussicht auf Dividendenzahlunge- n.


Klare Fokussierung

Wie man seine Aktionäre glücklich macht, haben die auf Gewerbeimmobilien spezialisierten, an der Wiener Börse notierten Gesellschaften C- A Immo und S IMMO in den vergangenen Jahren eindrucksvoll bewiesen. Die Dividendenrendite für das Geschäftsjahr 2018 liegt bei allen dr- ei Titeln – mit 2,88 % (CA Immo), 3,71 % (Immofinanz) beziehungsweise 3,63 % (S IMMO) – deutlich über den bei Sparbüchern mögliche- n Zinssätzen. Zudem haben sie den Leitindex der Wiener Börse ATX und den IATX, in dem ausschließlich Immo- AGs vertreten sind, deutlich outperformed. Konnten ATX und IATX in den vergangenen fünf Jahren ein Plus von rund 37 bzw. 95 % erzielen, so waren dies bei der CA Immo stolze 132 und bei der S IMMO gar 252 %. Anlegerherz was willst Du mehr !


Ein Bluechip fehlt

Die Buwog AG, die einzige heimische, ausschließlich auf Wohnen spezialisierte Immo-AG, ist nach der Übernahme durch die Vonovia und eine- m Squeeze-out vom Kurszettel genommen worden. Ärzte, die in Immo-AGs mit Schwerpunkt Wohnen investieren wollen, sollten neben der Vonovia auch ein Auge auf die Deutsche Wohnen werfen. Aktuell umfasst das Immobilienportfolio von Vonovia rund 396.000 Wohnungen. Erstmals in de- r Geschichte knackte das Unternehmen die Marke von einer Milliarde Euro beim Gewinn. Ein großer Teil davon soll in den Neubau fließen. Rund 2.700 Wohnungen möchte Vonovia in diesem Jahr bauen. 2018 waren es 1.100. Ein „Tropfen auf den heißen Stein“, wie Vonovia-Chef Rolf Buch ehrlich kommentiert. „Die anhaltend hohe Nachfrage nach Wohnraum und die demografische Entwicklung in Deutschland sind gro- ße Herausforderungen.“ Die Vonovia gehört eindeutig auf jede Watchlist- .


3 Immo-AGs – 3 Ausrichtungen

S-IMMO-Vorstand Mag. Ernst Vejdovszky sieht die S IMMO auf einem nachhaltigen Wachstumskurs. Kernmarkt ist die Europäische Union. Der Fokus liegt auf den Hauptstädten in Österreich, Deutschland und CEE. Das Immobilienportfolio besteht zu über 70 Prozent aus Büros , Einkaufszentren und Hotels sowie zu einem ergänzenden Teil aus Wohnimmobilien. Mit der Akquisition von Grundstücksreserven in Deutschlan- d und CEE habe man sich langfristige Ertragschancen gesichert. Im Umfeld des Berliner Speckgürtels werde man bald eine Million Quadratm- et

er Grund besitzen – für günstige 13 EUR/m2 erworben, können diese Liegenschaften knapp 50 0 Millionen Euro abwerfen. Man sei bereit, auch fünf oder sieben Jahre auf Widmungen zu warten- . Selbst wenn man nur für die Hälfte eine neue Widmung bekomme, sei bei dem Kaufpreis „nicht- s verhackt“, freut sich Vejdovszky. Trotz einer Kurs-Performance von rund 25 % notiert die S IMMO derzeit mit attraktiven Abschlägen von 15 % – immer noch genug Kurspotenzial nach oben- .

Die Erleichterung, das Russlandportfolio erfolgreich abgestoßen zu haben, ist bei der Immofinan- z deutlich zu spüren. In Zukunft will man sich auf die drei Marken „myhive“ für Büro-, und „Stop-Shop “ sowie „Vivo-Shopping“ für Retail-Objekte konzentrieren. Drei Viertel des Portfolios werden unter diesen Marken geführt. Die Zahl der aktuell 80 Stop-Shop-Retail-Parks in neun Ländern – im Vorjahr kamen acht hinzu – soll mittelfristig auf 100 erhöht werden. „Wir suchen weitere Standorte. Leider gibt es d- a derzeit nicht sehr viel am Markt“, so Immofinanz-CEO Dr. Oliver Schumy. Auch die Expansion der „myhive“-Bürogebäude soll weitergehen, neue Standorte in Wien, Düsseldorf und Bukarest sind i- n Vorbereitung. Außerdem sondiert man die „starken Märkte“ Warschau, Prag und Budapest- .


Seit der Finanzkrise im Aufwind

Das Kerngeschäft der CA Immo, mit Hauptsitz in Wien und Niederlassungen in sieben Länder- n Zentraleuropas, ist die Vermietung, das Management sowie die Entwicklung von hochwertige- n Bürogebäuden. Das Unternehmen verfügt über ausgeprägte Inhouse-Baukompetenz und deckt d- ie gesamte Wertschöpfungskette im gewerblichen Immobilienbereich ab. Die Aktie hat sich in den letzte- n fünf Jahren kursmäßig verdoppelt – ein Trend, der sich fortsetzen wird. Andreas Quint, CEO von CA Immo, ist zuversichtlich: „Unser Portfoliowachstum wird unsere Mieterlöse und dadurch da- s nachhaltige Ergebnis in den kommenden Jahren weiter erhöhen.“ Nachdem es in den vergangene- n Wochen ein wenig still um eine mögliche Fusion von Immofinanz und S IMMO geworden war, haben diese Gerüchte vor Kurzem wieder neue Nahrung erhalten. Kolportiert wurde, dass sich die Vienn- a Insurance Group von ihrem 10-%-Anteil an der S IMMO trennen will. Vejdovszky gibt sich wie imme- r bei kursrelevanten Aussagen verschlossen. Es müsse eine Lösung gefunden werden, die di- e Aktionäre beider Gesellschaften zufriedenstellt. Auch Schumy äußert sich zur Frage nach einer Fusio- n der Immofinanz mit ihrer „Halbschwester“ zurückhaltend. Eine Zusammenführung mit der S IMMO habe Sinne und sei erstrebenswert. Die CA Immo hingegen sieht sich in diesem Spiel nur mehr al- s Zuseher. „Wir sehen uns das von der Seitenlinie aus an“, kommentiert CEO Quint. Der CA-Immo-Anteil von 5 bis 6 % an der Immofinanz sei „völlig unstrategisch“, aber „keine so schlechte Anlage“ etwa i- m Vergleich zu einem Bankkonto. „Die zahlen ja Dividende.

Auf den Punkt gebracht: Mediziner sollten Immobilienaktien immer auf den Radar haben- .


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