PHARMAZIE | Generika

Zwischen Akzeptanz und Vorbehalt

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Die Mehrheit der Allgemeinmediziner und Apotheker

ist überzeugt: Generika

und Originalprodukte sind hinsichtlich Wirksamkeit, Qua- lität und Sicherheit gleichwertig.

Eine Studie des Österreichischen Generikaverbandes (OeGV) in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut Spectra zeigt: 73 % der Allgemeinmediziner und 62 % der Apotheker sind davon überzeugt, dass Generika hinsichtlich Wirksamkeit, Qua- lität und Sicherheit ihren Originalprodukten gleichwertig sind. Dennoch zeigt ein Viertel der Ärzte und ein Drittel der Apotheker immer noch Bedenken gegenüber Generika. Zwar werden Wirksamkeit und Verträglichkeit kaum infrage gestellt, Zwei- fel bestehen aber vereinzelt bezüglich der Qualitätssicherung, obwohl Generika dieselben strengen Qualitätskriterien erfüllen müssen wie auch ihre Referenzarznei- mittel. Die Wirksubstanz und die Menge des Wirkstoffes bei Generika sind die glei- chen, sie können sich lediglich durch ihre Hilfsstoffe sowie Verpackung, Farbe, Form, Größe und Geschmack unterscheiden. Bevor ein Generikum auf dem Markt zugelassen wird, prüft die Zulassungsbehörde, ob die Wirkstoffe von Generika in gleicher Menge und genauso schnell an den Wirkungsort gelangen wie beim Origi- nalprodukt. Erst wenn alle gesetzlichen und wissenschaftlichen Auflagen erfüllt sind, wird eine Zulassung für den österreichischen Markt erteilt. Das österreichi- sche Arzneimittelgesetz, eines der strengsten der Welt, garantiert eine genauso wirksame und verträgliche Behandlung durch Generika. Für Generika gelten die- selben strengen Zulassungsbestimmungen wie für gewohnte Präparate. Generika unterliegen auch denselben Richtlinien zur Überwachung der Arzneimittelsicherheit und der Qualitätskontrolle. Eine Ausnahme gibt es: Da Generika nur bestens be- kannte und dokumentierte Wirkstoffe enthalten, darf man bei der Zulassung auf be-

reits vorhandene medizinische Daten zurückgreifen. Die Austauschbarkeit zwischen dem gewohnten Präparat und dem Nachfolge-Arzneimittel wird dadurch garantiert.

Die Bevölkerung wird immer älter, damit steigen auch die Behandlungskosten. Generika sichern nicht nur den breiten Zugang von Patienten zu moderner Medizin, sondern helfen den Krankenkassen und damit der Gesellschaft, unser Gesundheitssystem auch in Zukunft zu finanzieren. Auch die Befragten sind sich über den ökonomischen Vorteil der Generika-Verordnung durchaus bewusst. Generika senken die Behand- lungskosten um 65 % und sichern somit den breiten Zugang zu innovativen Therapien. In Österreich sind 50 % aller Verordnungen im patent- freien Markt in Österreich Generika. Mit jedem weiteren Prozent können zehn Millionen Euro für andere Therapien gespart werden. In Deutsch- land etwa liegt der Verordnungsanteil bei 77 %. Hier ist noch Potenzial offen. Den verstärkten Einsatz von Generika im Hinblick auf eine nach- haltige Finanzierbarkeit der Arzneimittel-Therapie befürworten 93 % der befragten Allgemeinmediziner und 72 % der Apotheker. Aber auch die Aufklärung der Bevölkerung gehört nach Meinung der befragten Allgemeinärzte und Apotheker zu den wichtigsten Maßnahmen zur Förderung von Generika-Verschreibungen. 89 % der Allgemeinmediziner sehen eine gute Zusammenarbeit mit den Krankenversicherungen als wichtige Maßnahme zur Förderung von Generika. 70 % der Allgemeinärzte und 50 % der Apotheker nennen die Honorierung des Generika-Gesprächs mit Patienten eine wichtige Säule in der Generikaförderung.



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