KUR & GESUNDHEITSVORSORGE | Mentale Gesundheit

GVA in der Praxis

Die neue GVA bringt die Menschen zu- rück in die Eigenverantwortung und das ist ein sehr wichtiger Schritt, unabhängig davon, um welche Erkrankung oder wel- che Beschwerden es sich handelt.


Mag. Erika Regina Hohenwarter,

klinische- und Gesundheitspsychologin, Vi- vea Gesundheitshotel Bad Bleiberg

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Nachgefragt bei Mag. Erika Regina Hohenwarter, klinische- und

Gesundheitpsychologin, Vivea Gesundheitshotel Bad Bleiberg

?Bewegung und Prävention sind die Schwerpunkte der Gesund- heitsvorsorge Aktiv (GVA). Wie schätzen Sie die Vorteile des neuen Modells ein?

Die neue GVA bringt die Menschen zurück in die Eigenverantwortung und das ist ein sehr wichtiger Schritt, unabhängig davon, um welche Er- krankung oder welche Beschwerden es sich handelt. Aktivtherapien und angepasste sportliche Aktivitäten sind die medizinische Basis, dazu kommen die Themen Ernährung und mentale Gesundheit. Neben einem Basismodul mit genau im Leistungsprofil definierten Einheiten von Bewe- gungstherapien, Kraft- bzw. Ausdauertraining, Entspannungstraining und bei Bedarf Raucherberatung kann aus spezifischen Modulen mit in- dividuellen Schwerpunktsetzungen gewählt werden. Eines dieser Module ist die Mentale Gesundheit. Hier haben viele Patienten oft erstmals die Möglichkeit, ihre Themen überhaupt offen zu legen und nicht nur auf kör- perlicher Ebene zu arbeiten. Wir haben erstmals die Chance auch aufzu- zeigen, wie Psyche und körperliches Wohlbefinden zusammenhängen und dass das eine nicht ohne das andere geht.


?Für wen ist das Modul gedacht?

Es ist für Patienten vorgesehen, die bereits im Alltag eine psychische Be- lastung verspüren und unter dem Druck von Beruf oder Privatleben lei-

den. Der Schwerpunkt liegt in der Stressprävention, im Erlernen von Entspannungs- und Abgrenzungsmechanismen sowie im Stärken der Selbstschutzmechanismen.


?Welches Angebot umfasst das Modul?

Es sind mindestens zwei Einzeltherapien mit Psychologen vorgesehen. Dadurch ist es möglich, gezielter und individueller auf die Problematik einzugehen.


?Welches Feedback haben Sie von den Patienten bisher bekommen?

Das ist sehr unterschiedlich und so individuell wie die Menschen einfach sind. Manche sind begeistert davon, dass sie endlich einen niederschwelligen Weg in einem sehr geschützten Setting angeboten bekommen, sich mit ihren psychischen Problemen auseinanderzusetzen. Andere aber lehnen das einfach ab.


?Wie gehen Sie damit um?

Als Psychologen arbeiten wir immer sehr individuell mit den Patienten und ich versuche alle auf ihrem Platz zu lassen und dann zuerst einmal mit diesen Widerständen zu arbeiten. Wir können niemandem aufzwingen, sich seinen Problemen zu stellen, aber im Gespräch, in den Workshops und Vorträgen gelingt es immer wieder, Denkanstöße zu liefern. Bei einem braucht es länger, beim anderen geht es schneller sich darauf einzulassen. Auch bei jenen Patienten, die Widerstand leisten, bemerke ich, dass sich mental etwas verändert. Wer gegen eine Sache ankämpft, wendet viel Kraft und Energie auf, beschäftigt sich also damit. Das müssen wir als Ressource nutzen.


rh