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MEDIZIN | Magen-Darm

Ernährung für eine gesunde Darmflora

Das Mikrobiom hilft bei der Verdauung, versorgt den Körper mit Nährstoffen und Vitaminen und trägt zum Schutz vor Krankheitserre- gern bei. Gerät die Darmflora jedoch aus dem Gleichgewicht, kön- nen Magen-Darm-Beschwerden die Folge sein. Aktuell werden drei Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Mikrobiom diskutiert: die Dünndarm-Fehlbesiedlung (SIBO), die Candida-Mykose (SIFO) und das Leaky-Gut-Phänomen. Blähungen und Bauchschmerzen, Völle- gefühl und Durchfall – Magen-Darm-Beschwerden sind unange- nehm und können die Lebensqualität empfindlich einschränken. „Ein Grund für solche Beschwerden kann eine Dysbiose, also ein Ungleichgewicht in der Zusammensetzung der Darmflora des Pati- enten sein“, erklärt Gastroenterologe Dr. Martin Storr, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie am Zentrum für Innere Medi- zin, Gauting, und am Zentrum für Endoskopie, Starnberg. Aktuell wird an drei möglichen Ursachen geforscht: Beim Leaky-Gut-Syn-

drom gehen Wissenschaftler davon aus, dass Bakterien die Darmschleimhautbarriere irritieren, sodass unverdaute Stoffe und schädliche Erreger ins Blut gelangen können. Vermehren sich im Dünndarm Bakterienarten, die dort nicht hingehören, kann die Verdauungsfunktion ebenfalls gestört sein. Bei besonders sensiblen Patienten können Hefepilze, die in einem gewissen Maß auch im gesunden Darm vorkommen, gleichermaßen Beschwerden hervorrufen. „Die Beschwerden sind bei allen drei Erkran- kungen sehr individuell und können immer auch durch andere Krankheitsbilder hervorgerufen werden“, sagt Storr. Ernährungs- beraterin Sabine Karpe litt selbst jahrelang an einer Dysbalance im Darm. Eine Ernährungsumstellung hat ihr geholfen. „Auch wenn wir nicht alle Zusammenhänge verstehen, wissen wir heute viel darüber, wie wir eine gesunde Darmflora pflegen können. Am meisten profitiert diese von einer reichhaltigen und abwechslungsreichen Ernährung und dem Vertrauen, dass sie sich dann auch optimal selber organisieren kann“, erzählt sie. Vorteilhaft seien wasserlösliche Ballaststoffe, die reichlich in Nüssen und Sa- men enthalten sind. Auch Milchsäurebakterien begünstigen das Milieu im Darm.

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