REHABILITATION I Telerehabilitation 

Erste Schritte seitens der PVA

Telerehabilitation ist eine universell einsetzbare Möglichkeit, länger- fristige Rehabilitationserfolge durch den Einsatz moderner Informa- tions- und Kommunikationstechnologien zu erzielen.

Die Telerehabilitation wurde mit der Novelle des Allgemeinen Sozialversi- cherungsgesetzes (ASVG) nunmehr auch gesetzlich verankert. Der § 302. (1) ASVG sieht Folgendes vor:  Die medizinischen Maßnahmen der Rehabilitation umfassen:

1. die Unterbringung in Krankenanstalten, die vorwiegend der Rehabilita- tion dienen;

1a. Maßnahmen der ambulanten Rehabilitation einschließlich der Telerehabilitation;

1b. Maßnahmen der medizinisch-berufsorientierten Rehabilitation.

Telerehabilitation ist eine universell einsetzbare Möglichkeit, längerfristi- ge Rehabilitationserfolge durch Nutzung von Informations- und Kommu- nikationstechnologien – sogenannte computergestützte Telerehabilitati- onssysteme – zu erzielen und die Ergebnisse zu dokumentieren. Eine Te- lerehabilitation hat nicht die Aufgabe eine ganztägige Rehabilitationsleis- tung zu ersetzen. Sie kann als Alternative zur Phase 3 im Anschluss an eine stationäre oder ganztägig ambulante Phase-2-Rehabilitation in Be- tracht kommen und die erreichten Rehabilitationserfolge festigen. Die Rehabilitanden werden telemedizinisch unterstützt, um das in der Reha- bilitation Erlernte in den Alltag zu übertragen, zu stabilisieren und weiter- zuentwickeln. Damit können Rehabilitanden die positiven Effekte einer medizinischen Rehabilitation nach Reha-Ende im Alltag nachhaltig ver- ankern, indem sie Selbstverantwortung stärken. Maßnahmen zur Te- lerehabilitation haben viele Vorteile:

•Sie sind eine Möglichkeit, das medizinische Angebot der Pensionsversi- cherungsanstalt (PVA) in der Rehabilitation und Gesundheitsvorsorge zu erweitern.

•Sie tragen zur Erhöhung der Therapietreue und Motivation zur länger- fristigen Durchführung der erlernten Rehabilitationsmaßnahmen bei.

•Sie bedeuten Zeitersparnis für Rehabilitanden durch die fehlende Anreise.

•Es kommt zu einer Kostenreduktion durch die Verbesserung der Nach- haltigkeit und längerfristige Umsetzung gesundheitsfördernder Maßnahmen.

•Ein therapeutisch kontrolliertes Training (durch online oder offline ange- botene Systemmöglichkeiten) sowie eine gezielte Überprüfung der The- rapieadhärenz ist möglich.

•Die Versorgung von Rehabilitanden in geografisch ungünstigen Regio- nen, in denen aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte kein ambulan- tes Rehabilitationszentrum möglich ist, mit medizinisch überwachten, ge- zielten rehabilitativen Maßnahmen und auch Nachsorgeprogrammen, wird möglich.

Die PVA hat eigens eine RehaApp entwickelt, die derzeit in mehreren kardiologischen Rehabilitationszentren der PVA getestet wird. Die Ergeb- nisse werden in Form einer Studie „Evaluation der Effekte einer telemedi- zinischen Smartphone-Applikation auf die Nachhaltigkeit von Effekten der kardiovaskulären Rehabilitation“ ausgewertet. Ferner werden zwei weitere Pilotprojekte gestartet, die den Nutzen einer Telerehabilitation evaluieren sollen, bevor mit einer Gesamtplanung seitens der PVA be- gonnen wird.


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