REHABILITATION I Ernährung

Training als Medikament,

Bewegung als Therapie

Quantifizierbares, kontrolliertes Training als Therapieform eröffnet neue Wege für Prävention, Mobilisierung und Stabilisierung wäh- rend oder nach einer Rehabilitation oder bei Patienten mit chroni- schen Erkrankungen.

Physisches Training und Rehabilitation sind wesentliche Bestandteile in der Behandlung zahlreicher Erkrankungen. Oft ist die Adhärenz zur Re- habilitation jedoch sehr gering. Ergometer ermöglichen zu Hause das Training unter kontrollierten Bedingungen mit bestimmten Trainingsprofi- len. Für viele Patienten ist das nicht sehr attraktiv, ein Training in der Gruppe ist oft nur in einem Reha-Zentrum und damit mit erheblichem Zeitaufwand möglich. Im Freien mit dem Fahrrad gibt es ebenfalls Nach- teile: Die Belastung ist vom Streckenprofil abhängig, das Fahren in der Gruppe führt zu unterschiedlichen Belastungen für verschieden trainierte Patienten.


Herzfrequenz-gesteuerte E-Bikes

In einem aktuellen Projekt mit dem Titel „HEALTHeBIKES“, das vom Zu- kunftsfonds des Landes Steiermark gefördert wurde, arbeiten das AIT Austrian Institute of Technology, die Karl Franzens Universität Graz, das Zentrum für ambulante Rehabilitation Graz (ZARG) und EBIKE EXPERTS EUROPE Limited zusammen. Gemeinsam gehen die Experten der Frage nach, ob und wie durch den Einsatz von IKT-Technologie und speziell ausgerüsteten E-Bikes die Unterstützung und Fortführung von Training während und nach erfolgter Rehabilitation von Patienten mit Herz-Kreis- lauf-Erkrankungen ermöglicht werden kann. Ziel von HEALTHeBIKES ist die Implementierung von Algorithmen zur Herzfrequenz-abhängigen Steuerung von E-Bikes. So sollen Unabhängigkeit vom Streckenprofil und gleich verteilte Belastung auch beim Fahren in der Gruppe ermög- licht werden.


Training in Eigenverantwortung

Bei körperlicher Aktivität steigt die Herzrate an, wobei sowohl das Aus- maß des Anstiegs und das Muster der Herzfrequenz-Antwort als auch die zeitliche Verzögerung von vielen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Ge- sundheitszustand, Medikation, Belastungshöhe, Belastungsdauer oder Belastungsmodus abhängen. Um die Sicherheit der Patienten auch bei unüblichen Herzraten-Änderungen zu gewährleisten, werden retrospekti- ve Daten aus der ambulanten Herz-Kreislauf-Rehabilitation (ZARG) zur Klassifikation von Patientengruppen in Bezug auf Aktivitäts-Herzraten- Kurven herangezogen. Daraus werden individuelle Trainingspläne und dynamische Herzfrequenz-Obergrenzen erarbeitet. Diese Konzepte sol- len die Adhärenz zur eigenverantwortlichen Fortführung der Rehabilitati- on steigern, wobei insbesondere auch auf die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Rehabilitationsteilnehmern eingegangen wird. Durch diese Maßnahmen soll die Hemmschwelle für ältere gesunde und kranke, aber belastbare Personen zur innerstädtischen Bewegung mit dem Rad verringert und nachhaltig die körperliche Aktivität im Alltag erhöht werden.


rh


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