REHABILITATION | EFL

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Leistungsfähigkeit im Test

Insgesamt werden pro Jahr etwa 160 Patienten am Weißen Hof getestet, das entspricht rund 10 % aller Reha-Patienten im RZW.

Die Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) ist ein standardisiertes Testprogramm, mit dem durch arbeits- und alltags- relevante Testaufgaben die arbeitsbezogene Belastbarkeit jedes Ein- zelnen ermittelt werden kann.

Isernhagen entwickelte in den USA in den 80er-Jahren das System der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL). 1991 wurde das System in Europa erstmals durch M. Oliveri und M. L. Hallmark-Itty in der Schweiz eingeführt. Bereits nach kurzer Zeit wurde die EFL flächende- ckend in der Schweiz als arbeitsbezogene Assessmentmethode bei me- dizinischen Beurteilungen und Gutachten oder für die Planung von Re- habilitationsprogrammen eingesetzt.

In Österreich finden seit 1996 im Rehabilitationszentrum Weißer Hof der AUVA regelmäßig EFL- Testungen statt.

Seit einigen Jahren wird die EFL auch in den anderen Rehabilitationszentren der AUVA und im Rehabilitationszentrum Gröbming der PVA eingesetzt. 2011 wurde der „Österrei- chischer Verein zwecks Einführung und Förderung des Systems der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit“, kurz ÖV EFL, gegründet. Er ist in Österreich für die Ausbildung, Qualitätssicherung, Lizenzvergabe und Weiterentwicklung des Systems verantwortlich. „Ziel ist es, EFL als Standard-Assessment-Methode in der funktionellen Leistungsdiagnostik des öffentlichen Gesundheitswesens zu etablieren“, gibt Vereins- obfrau Dr. Sylvia Wassipaul, Fachärztin für physikalische Medizin und Rehabilitation im Rehabilitationszentrum Weißer Hof der AUVA, Einblick.

Ressourcen aufzeigen

EFL setzt sich aus standardisierten Tests zur Ermittlung von Kraft, Fortbewegung, stati- sche Arbeitspositionen, Handkoordination usw. zusammen. Diese Tests umfassen u. a. Heben und Tragen von Lasten, Handkraft, Arbeiten über Schulterhöhe, wiederholte Kniebeugen, längeres Stehen und Gehen, vorgeneigtes Stehen und Sitzen, Stiegen- und Leitersteigen, Gleichgewicht und Handkoordination. „Anhand standardisierter Be- obachtungskriterien wird beurteilt ob die Belastung für den Betroffenen als leicht, mittel, schwer oder maximal einzustufen ist. Daraus ergibt sich wie lange einer Testperson eine bestimmte Tätigkeit über den Arbeitstag verteilt zumutbar ist. Die wichtigsten Be- obachtungskriterien sind Muskelrekrutierung, Stabilisierung des Bewegungsapparates Herzfrequenz, Haltung und vor allem Sicherheit der Ausführung“, beschreibt Wassipaul.


Wiedereingliederung im Fokus

Getestet werden in den AUVA-Rehabilitationseinrichtungen jene Patienten, bei denen nicht sicher ist, ob sie ihre ursprüngliche berufliche Tätigkeit wieder ausüben können. Anhand des Testergebnisses kann beurteilt werden, ob berufliche Rehabilitationsmaß- nahmen (Hilfsmittel, Umschulung, etc.) indiziert sind. „Dahinter steckt immer die Frage, wie realistisch die Ausübung eines bestimmten Berufes für den Patienten nach der Re- habilitation ist oder ob weitere Maßnahmen folgen müssen“, fasst Wassipaul zusam- men. „Auch die Zusammenarbeit mit den Betrieben ist uns sehr wichtig, denn der Dienstgeber hat selbst auch großes Interesse daran, den Mitarbeiter bestmöglich wie- der einzugliedern“, sagt die Medizinerin.


rh