Süßstoffe haben keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel

In der aktuellen Arbeit „Glycemic impact of non-nutritive sweeteners: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials“ wurden Studien zur Wirkung von Süßstoffen auf den Blutzuckerspiegel systematisch überprüft.

Die Wissenschaftler durchsuchten zunächst PubMed- und Web of Science-Datenbanken. 29 randomisierte kontrol- lierte Studien mit insgesamt 741 Teilnehmern wurden in die Studie eingeschlossen. Die Qualitätsprüfung folgte den PRISMA-Richtlinien (Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analysis). Zu den untersuchten Süßstoffen gehörten Aspartam, Saccharin, Stevioside und Sucralose. Die Meta-Analyse wurde durchgeführt, um den zeitlichen Verlauf der Blutglukosekonzentrationen nach Süßstoff-Konsum zu schätzen und die Effekte nach Süßstoff-Typ und Alter, Gewicht und Krankheitsstatus der Teilnehmer zu vergleichen.

Die Ergebnisse zeigten, dass Süßstoff-Konsum den Blutglukosespiegel nicht beeinflusste. Der glykämische Effekt unterschied sich nicht nach Art des Süßstoffes, sondern war teilweise von Alter, Körpergewicht und diabetischem Status der Teilnehmer abhängig.

Eine weitere aktuelle Studie „Consumption of a Carbonated Beverage with High-Intensity Sweeteners Has No Effect on Insulin Sensitivity and Secretion in Nondiabetic Adults“, geht auf die Auswirkungen der regelmäßigen Einnahme von süßstoffgesüßten Getränken auf die Insulinsensitivität – das heißt die Empfindlichkeit der Insulinrezeptoren gegenüber Insulin bei Gesunden – ein. Untersucht wurden dabei Aspartam und Acesulfam K bzw. ungesüßte kohlensäurehaltige Getränke.

Die Studie wurde als randomisierte, doppelblinde Crossover-Studie durchgeführt. Nicht-diabetische Erwachsene von durchschnittlich 31 Jahren (44 % Männer, Body-Mass-Index [BMI; kg/m²] 19 bis 29), die keine Süßstoffe konsumier- ten, wurden in Gruppen eingeteilt. Die Teilnehmer mussten je nach Gruppenzugehörigkeit entweder vom gesüßten oder ungesüßten Getränk über zwölf Wochen täglich zwei Dosen zu je 330 ml konsumieren. Nach einer vierwöchi- gen Auswaschphase wurden die Teilnehmer für zwölf Wochen auf das entgegengesetzte Getränk umgestellt. Die Untersuchungsergebnisse zeigten, dass der tägliche Verzehr eines süßstoffgesüßten Getränks die Insulinsensitivität oder -sekretion bei gesunden, normal- und übergewichtigen Menschen nicht beeinflusst. Ebenso gab es keinen Einfluss auf das Körpergewicht, die selbstberichtete Nahrungsaufnahme oder körperliche Aktivität der Teilnehmer.

Insgesamt liefern diese Studien weitere Belege, dass der Verzehr von Süßstoffen in Getränken die Insulinsensitivität und -sekretion oder die allgemeine Glukosekontrolle im Vergleich zu Wasser oder einem ungesüßten Kontrollgetränk nicht beeinflusst. Im Vergleich zu Zucker, der einen Blutzuckeranstieg verursacht, haben Süßstoffe den Vorteil, den Blutzucker- und Insulinspiegel nicht zu erhöhen.

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