Magnetimpulse: Potenzial bei gutartiger Prostatavergrößerung

Eine randomisierte Studie* vergleicht gepulste elektromagnetische Felder (High-PEMF) mit einem etablierten α-Blocker und beschreibt deutliche Effekte zugunsten der Geräteanwendung.

Kann eine kurze, nicht invasive Behandlung mit elektromagnetischen Impulsen Beschwerden bei benigner Prostatahyperplasie (BPH) spürbar lindern und dabei sogar messbare urologische Parameter verbessern? Mit dieser Frage rückt die Forschung die gepulste elektromagnetische Felder im Radiofrequenzbereich (High-PEMF) in den Mittelpunkt. Ziel einer Studie* war es, zu prüfen, ob sich damit typische Beschwerden der gutartigen Prostatavergrößerung, wie etwa ein schwächerer Harnstrahl, ein Restharngefühl oder nächtlicher Harndrang, reduzieren lassen und ob sich diese Veränderungen auch objektiv abbilden. Dafür wurden 20 Männer im Alter zwischen 68 und 78 Jahren mit diagnostizierter BPH eingeschlossen.

Um maligne Ursachen auszuschließen, lagen PSA-Werte unter 4 ng/ml vor, zudem gab es keine Hinweise auf Prostatakarzinom in Ultraschall und Feinnadelaspiration. Die Teilnehmer wurden randomisiert: Eine Gruppe erhielt Alfuzosin (10 mg/Tag) über mindestens vier Wochen, die andere erhielt über zwei Wochen gepulste elektromagnetische Felder im Radiofrequenzbereich, jeweils 30 Minuten täglich an fünf aufeinanderfolgenden Tagen pro Woche.

Zum Einsatz kamen Ionen-Induktions-Therapie-Geräte von papimi, die sich durch eine extrem hohe Leis­tung und einen schnellen Impuls auszeichnen. Vor und nach der Therapie wurde der IPSS (International Prostate Symptom Score) erfasst, der mit einem standardisierten Fragebogen die Stärke von Beschwerden des unteren Harntrakts bei gutartiger Prostatavergrößerung erfasst und den Verlauf unter Therapie vergleicht. Darüber hinaus wurden das Prostatavolumen und der Restharn sowie die mittlere Harnflussrate und der PSA erhoben. Zusätzlich wurde ein Follow-up über ein Jahr berichtet.

Zentrale Ergebnisse

In der Medikamentengruppe zeigte sich nach der Behandlung nur beim IPSS eine statistisch signifikante Verbesserung (von 19±2 auf 16±4; p=0,04). Prostatavolumen, Restharn und Harnfluss veränderten sich dagegen nicht signifikant.

In der High-PEMF-Gruppe hingegen waren mehrere Parameter signifikant verbessert:

• IPSS: 20±2 → 14±3 (p<0,02)

• Prostatavolumen: 33±5 cm³ → 30±2 cm³ (p<0,04)

• Restharn: 100±40 cm³ →
70±25 cm³ (p<0,03)

• mittlere Harnflussrate: 8±0,5 → 11±0,2 ml/s (p<0,001)

Die PSA-Werte blieben in beiden Gruppen ohne relevante Veränderung. Klinisch berichteten die Autoren eine bemerkenswerte Verbesserung der BPH-Symptome in der High-PEMF-Gruppe. Bemerkenswert ist zudem der im Follow-up beschriebene Verlauf, denn die Männer der High-PEMF-Gruppe hätten die erreichten Verbesserungen über ein Jahr gehalten, während laut Bericht alle Patienten der α-Blocker-Gruppe innerhalb von 30 Tagen nach Studienende aufgrund persistierender bzw. sich verschlechternder Beschwerden prostatektomiert worden seien.

Die Autoren positionieren High-PEMF als nicht-thermische EMF-Anwendung und diskutieren mögliche Wirkprinzipien durch die Modulation von Ionenkanälen (Na+/K+/Ca²+), Veränderungen intrazellulärer Ca²+-Signale mit potenzieller Apoptose hyperplastischer Zellen sowie antiinflammatorische Effekte.

Die Studie liefert ein interessantes Signal, weil neben Symptomscore auch objektive urologische Messwerte (Restharn, Flow, Volumen) konsistent in Richtung Besserung zeigen. Gleichzeitig ist die Evidenzbasis durch die sehr kleine Fallzahl, die kurze Behandlungsdauer und den unklaren Grad an Verblindung begrenzt.

rh

*) Giannakopoulos, X., Giotis, C., Karkabounas, S., Verginadis, I., Yannis V., Peschos D., Evangelou, A. (2011). Effects of pulsed electromagnetic fields on benign prostate hyperplasia. International Urology and Nephrology. DOI 10.1007/s11255-011-9944-7.

 

FOTO: ISTOCKPHOTO/ CREATIVEDESIGNART
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